Engagiert für Rettung der Ozeane 

Schwalmstädter Christian Weigand kämpft gegen Plastikmüll

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Meeresaktivist:  Christian Weigand reist entlang der Küsten.  

Schwalmstadt. Die Ozeane versinken im Plastikmüll, Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton.

All das hat auch der Schwälmer Christian Weigand bereits gesehen. Der 29-Jährige setzt sich als Meeresschützer ein. Dazu hat er ein eigenes Projekt gegründet. Der Titel: Blue Awareness (Blaues Bewusstsein). Seine Arbeit stellt er am Donnerstag in Treysa vor.

Die Faszination für die Ozeane entwickelte Weigand früh. Beim Surfen stand allerdings eher der Spaß im Vordergrund. „Nach meinem BWL-Studium habe ich etwas gesucht, was mir mehr Sinnhaftigkeit im Leben verspricht“, erklärt er. An der Uni Kiel befasste sich Weigand mit der nachhaltigen Entwicklung der Ozeane. Seitdem arbeitet der 29-Jährige daran, ein Bewusstsein für die Vermüllung der Ozeane zu schaffen.

Weigand reist entlang der Küsten, trifft dabei immer wieder Menschen, die mit ihrem Einsatz für ihn inspirierende Vorbilder im Meeresschutz, aber auch im alltäglichen Leben sind. Im Projekt Blue Awareness möchte der Schwälmer diese Inspiration weitergeben, er veröffentlicht jeweils freitags ein Video, das die Geschichte dieser Menschen erzählt.

Doch Weigand trifft nicht nur Gleichgesinnte, ihm geht es auch darum, anzupacken. Er organisiert Müllsammelaktionen an Stränden und Küsten und bekennt: „Ich möchte ein Teil der Lösung werden.“ Für das Projekt hat der 29-Jährige viel aufgegeben. „Ich habe fast meinen kompletten Hausstand verkauft, um die Reisekasse zu füllen.“ Verschiedene Stiftungen habe er um Unterstützung gebeten. „Aber ich muss natürlich auch dort etwas vorweisen“, sagt er. Mehrere Monate war er bereits unterwegs – in Irland und auf den Kanaren.

Erschreckende Bilder

Besonders auf den Kanaren hätten sich ihm erschreckende Bilder gezeigt – insbesondere in der Nähe touristischer Zentren. Auf einem Strandabschnitt von etwa 100 Metern fand Weigand so ziemlich alles – ganze Anhängerladungen voller Bauschutt, aber auch haufenweise Plastikfolien aus dem Obstanbau. „Dort habe ich mich auch mit einem Vertreter der Regionalregierung getroffen. Er berichtete mir, dass die Menschen von dem Müll wüssten, sich aber bei der Beseitigung ohnmächtig und von der spanischen Regierung nicht unterstützt fühlten.“

Menschen zu finden, die für die Rettung der Ozeane „brennen“, sei jedoch an jedem Ort möglich: „Die Bereitschaft zu helfen, ist groß“, hat der 29-Jährige erfahren. Auf den Kanaren träfen sich ein Mal im Monat 200 Aktivisten zum Reinigen der Strände. Weigand will jedoch nicht nur über das Plastikproblem informieren, sondern auch über Themen wie Überfischung und die Übersäuerung der Meere.

Vortragam Donnerstag, 29. November, 19.30 Uhr, im Werkraum, Steingasse 7, Treysa. Der Eintritt ist frei. Mehr unter www.blue-awareness.com.

Quelle: HNA

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