Straftäter kritisieren Strafcharakter der Unterbringung

Schwalmstädter Sicherungsverwahrte drohen mit Hungerstreik

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Filiale des Schwalmstädter Gefängnis.

Schwalmstadt. Schwalmstädter Sicherungsverwahrte, die derzeit in der JVA-Weiterstadt untergebracht sind, drohen für Montag den Start eines Hungerstreiks an.

Sie kritisieren in einer Erklärung, die der HNA vorliegt, den Strafcharakter ihrer Unterbringung und wollen gegen einen aus ihrer Sicht „rechts- und verfassungswidrigen Verwahrvollzug“ protestieren.

Nach Angaben des Justizministeriums beteiligen sich fünf von insgesamt 36 Sicherungsverwahrten an der Aktion. „Wir erwarten keine Ausweitung“, erklärte gestern auf Anfrage der HNA der Pressesprecher des Justizministeriums, Dr. Hans Liedel. Die Unterbringung in der Schwalmstädter Abteilung in Weiterstadt entspreche der Gesetzeslage und der aktuellen Rechtsprechung, betonte Liedel. „Wir lassen uns nicht erpressen.“

In der vergangenen Woche hatte auch eine Durchsuchungsaktion in der Abteilung Sicherungsverwahrung für Unruhe unter den Insassen gesorgt. Nach Informationen der HNA wurden unter anderem Häkel- und Stricknadeln sichergestellt. Sie könnten ebenso wie der bei einem Sicherungsverwahrten vorgefundene Pfeffer als Waffe eingesetzt werden, erklärte der Pressesprecher, und müssten deshalb normalerweise nach dem Gebrauch abgegeben werden. Außerdem wurden bei mehreren verurteilten Sexualstraftätern Porno-DVDs gefunden.

Das Ministerium bezweifelt die Hungerstreik-Aktion: Den Sicherungsverwahrten stünden jede Menge Lebensmittel zur Verfügung, sagte Liedel. Sie könnten sich innerhalb der Zimmer und Flure frei bewegen, so dass eine Nahrungsverweigerung schwierig zu überprüfen sei.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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