Unterhaltsamer Abend im Festzelt zur Eröffnung der 750-Jahr-Feier

Schwarzenberg: Und der Zug fährt vorbei

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Mit viel Witz und Ironie: Der Schwarzenberger Kabarettist Justus Riemenschneider alias Bernd Köhler nahm das Dorf und seine Bewohner beim Festkommers auf die Schippe.

Schwarzenberg. Eigentlich verdankt Schwarzenberg seine Existenz nur der Vergesslichkeit der Geschichte - zumindest wenn man Justus Riemenschneider glaubt. Zur 750-Jahr-Feier warf er einen humorvollen Blick auf den Ort.

Der Kabarettist, der, wie er sagt, 1977 in den Melsunger Stadtteil ausgewandert ist, nahm beim Festkommers zur Eröffnung der 750-Jahr-Feier am Donnerstagabend im Festzelt, die Geschichte Schwarzenbergs und seine Einwohner aufs Korn.

Die bewiesen, dass sie neben dem Gemeinschaftssinn und dem Zusammenhalt, die ihnen Festredner wie Vizelandrat Winfried Becker, Bundestagsabgeordneter Dr. Edgar Franke und Bürgermeister Dieter Runzheimer bescheinigten, auch Humor und Selbstironie besitzen.

Dass hinter der Existenz Schwarzenbergs weit mehr als die von Riemenschneider vermutete Vergesslichkeit der Geschichte steckt, das zeigte Adolf Seitz, der das neue Dorfbuch vorstellte. Er berichtete auch über die Probleme, mit denen er und seine Mitautoren Helmut Sinning, Benno Sichler und Layouter Klaus Potzkai bei der Arbeit konfrontiert waren. Einige alte Schriftstücke aus den Aufzeichnungen des Lehrers Peter Schmidt, die die Grundlage des Dorfbuches sind, seien zum Beispiel sehr schwer lesbar gewesen. Er reicherte seinen Vortrag auch mit Geschichten an, die Lust auf das 418 Seite starke Werk machen.

So fehlt im Buch auch nicht das Thema, das am Donnerstag mehrfach zur Sprache kam. Ein Bahnhof bzw. Haltepunkt für Schwarzenberg. Ortsvorsteher Timo Riedemann, der die positive Entwicklung Schwarzenbergs hervorhob, sagte, eine Regiotram-Haltestelle sei ebenso ein Anliegen für die Zukunft wie die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses und weitere Bauplätze. „Es tut mir in der Seele weh, dass Schwarzenberger nach Malsfeld oder Körle gehen, wo es doch bei uns viel schöner ist“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Er freute sich aber über den neuen Dorfplatz an der Kirche und schlug vor ihn einfach Kido - Kirch-Dorf-Platz - zu nennen, um allen gerecht zu werden.

Der nicht vorhandene Bahnhof beschäftigte dann auch Justus Riemenschneider, der resümierte, dass die „Schwarzenberger Knippärsche“ erst keinen Bahnhof wollten. Als sie dann einen gewollt hätten, sei es zu spät gewesen, und nun fahren eben täglich 100 Züge an Schwarzenberg vorbei und die Regiotram halte stattdessen in Melsungen 21, der Direktverbindung vom Huberg zum Aldi.

Musikalisch wurde der unterhaltsame Abend vom Gemischten Chor Schwarzenberg und der Harmonie-Musik Melsungen gestaltet.

Festprogramm unter www.dorfgemeinschaft-schwarzenberg.de

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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