Einsatz und Ernstfall überstehen

Schwarzenbörner üben mit Georgiern

Übung für Afghanistan-Einsatz: Die Patrouille wird angegriffen – die Soldaten erwidern das Feuer.
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Übung für Afghanistan-Einsatz: Die Patrouille wird angegriffen – die Soldaten erwidern das Feuer.

Der Bundestag hatte das Mandat der Bundeswehr für die Mission Resolute Support in Afghanistan noch einmal bis Anfang nächsten Jahres verlängert. Stand jetzt ist auch das Jägerbataillon dabei.

Schwarzenborn – Es knallt, Schüsse fallen und georgische Befehle werden gerufen. Die Patrouille ist in einen Hinterhalt geraten: Das Jägerbataillon 1 in Schwarzenborn bildet aktuell georgische Soldaten für Afghanistan bei der Mission Resolute Support (siehe Hintergrund) als Quick Reaction Force aus.

Auch wenn mit Blick auf den nun festgesetzten Abzugstermin der Nato-Truppen aus Afghanistan ein Einsatz der Georgier in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr gewiss ist, schätzen beide Kompanien die gemeinsame Ausbildung als einen großen Gewinn ein. Über diese Übung berichtet Hauptmann Bernhard Nagel.

Im Szenario muss sich der Patrouillenführer einen Überblick über die Lage verschaffen, den Gegner einschätzen und den Feuerkampf koordinieren. Es gibt einen Verwundeten, der muss unter Feindfeuer gerettet und in der Deckung erstversorgt werden, Meldungen werden abgesetzt.

„Übungsunterbrechung!“, ruft Hauptmann Sebastian Vogt, der mit der Ausbildung beauftragte Offizier aus der 4. Kompanie.

Gemeinsam mit seinen Ausbildern wertet der Hauptmann den vorangegangenen Übungsabschnitt mit den georgischen Soldaten aus. Dabei helfen ihnen Sprachmittler des Bundessprachenamtes.

Vier georgische Soldaten in einem Graben in einem Wald: Zwei Soldaten erwidern das Feuer auf den Feind, während die beiden anderen einen Verwundeten versorgen.

„Die georgischen Kameraden sind hoch motiviert und sehr wissbegierig“, freut sich Vogt. Zunächst findet die Ausbildung in drei Abschnitten parallel statt, je ein Infanteriezug übt in einem bestimmten Szenario. Neben der Patrouillenausbildung werden das Verhalten am Checkpoint und die Sicherung eines Feldlagers trainiert – alles Aufgaben der Quick Reaction Force (QRF), des robusten Teils der Objektschutzkräfte vor Ort. Die QRF ist als schneller Eingreifverband permanent in Rufbereitschaft.

Innerhalb kürzester Zeit sind diese Soldaten bereit, das Lager zu verlassen und bei kritischen Situationen andere Einheiten zu unterstützen. Die Georgier agieren in Afghanistan innerhalb des deutschen Verantwortungsbereichs.

Am nächsten Tag werden in Schwarzenborn die Stationen gewechselt und die Schwierigkeit der Aufgabe Stück für Stück erhöht. Im Vorfeld der Gefechtsausbildung wurden die georgischen Soldaten an Waffen und Funkgeräten ausgebildet. Einige von ihnen werden als Kraftfahrer für das Allschutz-Transportfahrzeug Dingo eingesetzt und sind entsprechend geschult.

Natürlich macht die Pandemie auch nicht vor der einsatzvorbereitenden Ausbildung halt. Trotzdem muss umfassend und viel ausgebildet werden, um im Einsatz und Ernstfall bestehen zu können.

Nachgestellte Szene: Gespräch mit Einheimischen.

Dieser Spagat ist neu für die Soldaten im Jägerbataillon 1, wo bereits zum dritten Mal georgische Kameraden für den Einsatz in Afghanistan ausbildet werden. Sie müssen ihn auch bei der eigenen Ausbildung leisten, denn der Flug in das Einsatzland für die 3. Kompanie des Bataillons ist bis jetzt für Ende Mai geplant.

Zum Glück findet ein großer Teil der Ausbildung an der frischen Luft statt, strenge Hygieneauflagen, Mund-Nasen-Bedeckung und Abstand erledigen den Rest.

Die georgischen Soldaten waren schon im Heimatland direkt vor dem Abflug nach Deutschland in Quarantäne und wurden nach ihrer Ankunft zusätzlich getestet. Sie bilden somit eine Kohorte. (Sylke Grede)

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