Aktivkohle soll entgiftend wirken

Schwarzes Eis: So gefährlich ist der Food-Trend dieses Sommers

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Schwarz und lecker: In der Eisdiele des Hombergers Simone Bressan gibt es schon seit vier Jahren #blackicecream.

Vor allem Jüngere lieben diesen Food-Trend: Schwarzes Eis ist nicht nur lecker, sondern sieht auch cool aus. Aber ist es auch gesund?

Der Eis-Trend dieser Sommer-Saison sieht aus wie das Ergebnis einer Ölkatastrophe. Schwarzes Eis ist derzeit - pardon - in aller Munde. Es kostet ein bisschen Überwindung zu schlecken, denn die beliebtesten Eissorten waren bislang weiß oder bunt, aber nicht pechschwarz wie etwas, das mit Mineralöl überzogen wurde.

Trotzdem oder gerade deswegen findet man im Fotonetzwerk Instagram unzählige Bilder mit dem Hashtag #Blackicecream. In den USA und Metropolen wie Berlin ist schwarzes Eis schon länger ein Hingucker. In unserer Region haben es nur wenige Eisdielen im Angebot. Vorreiter war Simone Bressan, der die Kunden in seiner Eisdiele in Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) bereits vor vier Jahren überraschte. Er hatte einen Bericht über schwarze Hamburger-Brötchen bei McDonald's in China gesehen und fragte sich, ob man so etwas nicht auch als Eis anbieten sollte.

Schwarzes Eis Hit auf Instagram

In Japan und auch in manchen Eisdielen hierzulande gab es das schon vorher. Zum Trend wurde #Blackicecream aber erst jetzt. Es sieht nämlich nicht nur ungewöhnlich aus, sondern soll auch gesund sein. Normalerweise besteht es aus Vanilleeis, das mit Aktivkohle gefärbt wurde. Die aus der Asche der Kokosnuss gewonnene Substanz soll entgiften und eine darmregulierende Wirkung haben. Ernährungsbewusste Prominente wie die US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow empfehlen Aktivkohle wegen ihres angeblichen Anti-Aging-Effekts seit längerem.

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#Blackicecream klingt wie der Traum jedes Eisliebhabers: Es ist lecker, optisch perfekt für Instagram und soll auch noch gesund machen. Ob es für den Körper wirklich gut ist, darf jedoch bezweifelt werden. Zum einen werden durch Aktivkohle auch Mineralstoffe, Vitamine und Medikamente gebunden und so dem Körper entzogen. Manche Eis-Esserinnen fragen sich besorgt, ob sie durch schwarzes Eis schwanger werden, weil die Pille durch die Aktivkohle nicht mehr wirkt. Zum anderen ist auch in schwarzem Eis viel Zucker. "Das ist das größere Problem als die Aktivkohle", sagt Heilpraktiker Christian T. Grünemei aus dem Bad Wildunger Stadtteil Bergfreiheit. Schwarzes Eis hält er darum für einen "Gag, der nicht allzu sehr schadet".

Dieser Gag kommt im Homberger Eiscafé Bressan so gut an, dass manche Kunden enttäuscht sind, wenn es das schwarze Eis mal nicht gibt. Bis zu zehn Kilo verkauft Simone Bressan pro Tag, also zwei große Behälter. Neben der Aktivkohle-Variante gibt es in Homberg auch noch schwarzes Eis aus dunkler Schokolade. Das ist laktosefrei und vegan. Vor allem jüngere Kunden kaufen beide Varianten, "weil es cool aussieht", wie der 34-Jährige sagt.

Dieses Video ist ein Inhalt des Videomarktplatzes Glomex und wurde nicht von der HNA produziert.

Im vorigen Sommer hat er sogar einen Black Sunday veranstaltet, an dem er auch schwarze Waffeln verkaufte. Das kam so gut an, dass es auch in dieser Saison einen schwarzen Sonntag geben soll. Wie lang der Trend anhält, weiß der heimische Trendsetter allerdings nicht. Mittlerweile gibt es schwarzes Eis bereits als Fertigprodukt. "Schon bald wird es keine Besonderheit mehr sein", prophezeit Bressan.

Quelle: HNA

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