Angst vor Afrikanischer Schweinepest

Schweinerei im Wald bei Verna: Unbekannte entsorgen illegal Wanne voll Schlachtabfälle

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Große Schweinerei: In einem Waldstück zwischen Verna und Dillich entsorgten Unbekannte Schlachtabfälle. 

Frielendorf. Es ist buchstäblich eine Riesensauerei. Kürzlich entsorgten Unbekannte im Wald zwischen Verna und Dillich im Schwalm-Eder-Kreis Schlachtabfälle.

Neben der Schwarte fanden sich auch Knochen, Füße und Rippenbogen. Der Umweltverschmutzer machte sich nicht einmal die Mühe, die Abfälle zu vergraben, sondern legte sie einfach an einem Baum ab. An den Tierresten fanden sich weder Stempel noch Ohrmarken – eine Rückverfolgung zum Besitzer ist damit so gut wie unmöglich.

Benjamin Hellwig betreut das Revier und schüttelt beim Blick auf die Bilder auf seinem Smartphone verständnislos den Kopf. Wie die Fotos belegen, war es keine kleine Menge, sondern eine ganze Wildwanne voll. Die Schlachtabfälle seien wohl zwei bis drei Tage alt gewesen, so der erfahrene Waidmann. Ein Spaziergänger habe ihn informiert, erzählt Hellwig: "Ich habe mich darum gekümmert, dass die Schweinereste aus dem Wald geholt werden."

Es war leider nicht das erste Mal, dass das verkehrsgünstig an der Straße gelegene Waldstück von Unbekannten zur illegalen Müllentsorgung missbraucht wurde. Er habe auch schon einmal totes Geflügel sowie Kühlschränke und Fernseher aus dem Revier herausgeholt, sagt der 37-Jährige: "Ein Jagdkollege aus Welcherod hat die Ecke gut im Blick und berichtet immer wieder von Fahrzeugen in dem Bereich."

Die Kosten für die Entsorgung des Abfalls bleiben in der Regel an der Allgemeinheit oder aber den Revierinhabern hängen, ärgert sich der Jäger: "Leider ist es schlimmer geworden." Mit Blick auf die Afrikanischen Schweinepest sei solch ein Verhalten unverantwortlich, betont Benjamin Hellwig. Ihren Ursprung hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) tatsächlich in Afrika.

"Ein wesentlicher Übertragungsweg für diese hochansteckende Tierseuche sind Lebensmittelabfälle." Vor diesem Hintergrund sei die hohe Schwarzwildpopulation ein Problem, so der Jäger: "Wildschweine sind Allesfresser." Illegal entsorgte Schlachtabfälle wie die nun gefundenen stellen für Hellwig ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit dar: "So etwas gehört nicht in den Wald, dafür gibt es die Tierkörperbeseitigungsanstalt."

Nach Angaben des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, dem Friedrich-Löffler-Institut, wurde das Virus 2007 vermutlich durch Speiseabfälle nach Georgien eingeschleppt und fand von dort aus seinen Weg nach Osteuropa, Polen und Tschechien. Das Risiko der Einschleppung in die deutsche Wildschweinpopulation durch kontaminiertes Schweinefleisch ist aktuell sehr hoch. Auch die Bundesregierung bereitet sich vor, falls sie nach Deutschland gelangt.

Wie der Landkreis Kassel sich auf eine eventuelle Ausbreitung der Schweinepest vorbereitet, lesen Sie hier. 

Quelle: HNA

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