Zukunft des Treibhauses weiter ungewiss - Visionen statt Nutzungskonzept

In schwerem Fahrwasser

Früher eine Disco: Wie das Zierenberger Treibhauses künftig genutzt werden soll, steht immer noch in den Sternen. Archivfotos: zhf/nh

Zierenberg. Das alterwürdige Zierenberger Treibhaus verkommt immer mehr zum traurigen Mittelpunkt einer fragwürdigen Endlosgeschichte. Vorläufiger Höhepunkt: Ein von Bürgermeister Stefan Denn einberufenes „Treffen von Treibhaus-Fans mit eventueller Vereinsgründung“.

So zumindest war es in der Einladung zu lesen, die der Rathauschef am 14. April verschickt hatte. Es sei keine Bürgerversammlung, auch keine Veranstaltung des Magistrats, betonte er am Donnerstagabend im Bürgerhaus. Was dieser Abend nun tatsächlich bezwecken sollte, das bleibt vielen der rund 50 Besucher im Nachhinein verborgen.

Fakt ist: Weder eine Arbeitsgruppe ist gegründet worden, von einem Verein ganz zu schweigen.

Diesem Vorhaben hat Thilo Stockhardt einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Ich werde mir die Butter nicht wieder Brot nehmen lassen“, stellte er klar. Der Vorsitzende des Vereins Human Centering hat sich dem einstigen Hospital in der Dörnbergstraße seit einigen Monaten angenommen, dort eine Wohnung bezogen und nach eigenen Angaben mehr als 2000 Arbeitsstunden investiert. Obwohl er nicht einmal eingeladen war, nutzte er Denns Veranstaltung als Plattform, um seine neuesten Visionen zu präsentieren.

Nach verschiedenen Ansätzen, die sich laut Denn immer wieder in Luft aufgelöst hätten, will Stockhardt nun wohl neben einem Treibhaus-Club in der Disco auch ein Kompetenzzentrum für Burnout Prophylaxe im einstigen Hospital installieren, den Verein in eine gemeinnützige GmbH umwandeln. Das Kernteam sei kompetent und völlig neu aufgestellt, auch in Sachen Finanzierung habe er etwa durch das Landesamt für Denkmalschutz positive Signale bekommen.

Bürgermeister Denn kam dazu nicht mehr als ein überraschtes „schön“ über die Lippen. „Eigentlich ist doch alles top“, warf einer der Zuhörer ein. Eine Portion Ironie fehlte dabei nicht, klangen Stockhardts Pläne schließlich schon des öfteren ganz verheißungsvoll. „Herr Stockhardt hat ja immer gute Ideen, aber an der Umsetzung fehlt es dann manchmal“, sagte Dr. Bärbel Mlasowsky von der Unabhängigen Freien Wählergemeinschaft (UFW) und bezeichnete seine Pläne als „wischi-waschi“. „Wenn wir etwas umsetzen wollen, dann muss alles offen gelegt werden“, forderte sie. Stockhardts Sprunghaftigkeit in Sachen konzeptioneller Ausrichtung scheint auch in der Bevölkerung für Missstimmung gesorgt zu haben. Die Gerüchteküche reicht von veruntreuten Geldern bis hin zur Zahlungsunfähigkeit des Vereins. „Ich bin in der Tat finanziell in schweres Fahrwasser geraten“, gab Stockhardt auf Nachfrage zu, wies aber Veruntreuung zurück, bot Einblick in die Finanzen des Vereins an.

Der Bürgermeister habe sich von Dritten „instrumentalisieren“ lassen, sagte Stockhardt. „Was soll ich denn machen, wenn die ehemaligen Berater von Herrn Stockhardt vor meiner Tür stehen“, fragte Denn. „Da ich nicht weiß, wie die Mannschaft von Herrn Stockhardt aufgestellt ist, wollte ich, dass er selbst darüber Auskunft gibt.“ Bleibt die Frage, warum dann weder Stockhardt, noch Treibhaus-Inhaber Hans-Werner Ernst direkt eingeladen worden waren.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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