Futtersuche sorgt für Invasion der Eichelhäher

Schwertransporter bevölkert die Luft

Fleißiger Vogel: Der Eichelhäher. Fotos. nh

Schwalm. Eichelhäher sind meist unauffällig und nicht leicht zu beobachten. Derzeit sind die bunten Rabenvögel aber auf Schritt und Tritt zu sehen: Eine große Invasion führt tausende Häher von Osten in unsere Breiten.

Der Eichelhäher ist ein schön gezeichneter, auffälliger Vogel. Sein warm-bräunlich gefärbtes Körpergefieder ist ein Kontrast zu den schwarzen Flügel- und Schwanzfedern und den leuchtend weißen Flecken am Bürzel und auf den Flügeln. Besonders hübsch, aber nur aus der Nähe zu sehen, ist der blau schillernde Flügelvorderrand. Im Schwalm-Eder-Kreis ist er in allen Wäldern von der Schwalmebene bis zu Knüll und Kellerwald weit verbreitet.

In den vergangenen Wochen ist jedoch ein Phänomen zu beobachten, das sich in Abhängigkeit vom Bruterfolg und der vorhandenen Nahrung nur im Abstand von einigen Jahren wiederholt. Überall in den Wäldern, aber auch an Baumreihen im Feld und sogar in den Ortslagen sind Eichelhäher anzutreffen. An manchen Orten wurden in wenigen Stunden mehrere hundert gezählt, die in typisch schwerfälligem Häherflug nach Westen wandern. Es handelt sich dabei um Vögel, die ihre Brutheimat im Osten infolge von Nahrungsmangel verlassen haben und nun auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen sind. Gleichzeitig ziehen auch überdurchschnittlich viele Tannen- und Blaumeisen durch.

Die Eichelhäher tragen den Nahrungsvorrat für die kalte Winterzeit zusammen. Vor allem Eicheln, aber auch Bucheckern oder Haselnüsse werden gezielt geerntet und als Wintervorrat einzeln im Boden versteckt. Zu besonders geeigneten Nahrungsquellen können die Sammelflüge bis zu acht Kilometer weit führen und in der Tagessumme 175 Kilometer erreichen – für diesen relativ schlechten Flieger eine große Leistung. Schätzungen gehen von unglaublichen 4600 bis 5000 Eicheln aus, die ein Vogel im Herbst insgesamt abtransportiert und versteckt. Das entspricht einem Gewicht von etwa 25 kg, also dem etwa 140-fachem seines Körpergewichts. Bei einem Menschen von 80 kg wären das im Vergleich etwa 11 Tonnen. Selbst unter einer Schneedecke finden Eichelhäher im Winter die meisten ihrer Vorräte wieder. Die nicht aufgebrauchten Vorräte tragen nennenswert zur Ausbreitung und Verjüngung vieler Baumarten bei.

Quelle: HNA

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