Abschied nach 16 Jahren 

Schwimmmeister Uli Brandenstein verlässt Freibad Guxhagen 

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Er verlässt nach 16 Jahren das Freibad Unter den Eichen in Guxhagen: Schwimmmeister Ulrich Brandenstein hört zum 31. August auf. Nicht nur Franziska Gliedl (9, vorne) und Alena Unser (7) bedauern das sehr. 

Guxhagen. Bittere Tränen weinte die sechsjährige Carlotta Pabst, als sie hörte, dass sie im Freibad in Guxhagen bald auf Schwimmmeister Uli Brandenstein verzichten muss.

„Das ist ein riesiger Verlust“, erzählt Mama Michaela. 16 Jahre lang war Ulrich Brandenstein Schwimmmeister in Guxhagen. Zum 1. September übergibt er sein Amt an Nachfolger Kevin Härtling. Brandenstein wird künftig beim Gertrudenstift arbeiten – erst in Baunatal, später, wenn das Seniorenwohnheim in Guxhagen fertig ist, dort als Haustechniker.

Der Abschied falle ihm nicht leicht, erzählt der 39-Jährige. „Aber ich muss an mich und meine Familie denken.“ Denn seine Frau und seine beiden acht- und 14-jährigen Kinder seien viel zu kurz gekommen. „Im vergangenen Jahr sind wir das erste Mal seit 15 Jahren zusammen in den Urlaub gefahren.“ Bei gutem Wetter verbringe er zwölf bis 14 Stunden im Bad. Außerhalb der Saison arbeitet er für das Bauamt. Das Freibad verbinde er aber mit zahlreichen tollen Erlebnissen. Dazu gehöre die Sanierung. Von 2010 bis 2014 wurde das Bad komplett erneuert. „Ich habe die Sanierung begleitet und bei der Planung mitgearbeitet“, erzählt Brandenstein.

Aber insbesondere die Menschen seien ihm ans Herz gewachsen. Darunter auch Jutta Brandenstein, die seit 25 Jahren das Freibad-Kiosk betreibt. „Das ist ein richtig familiäres Verhältnis.“ Vor kurzem habe sie ihn angerufen und erzählt, dass er dringend kommen müsse, weil etwas mit der Technik nicht stimme. Das stimmte aber gar nicht. Denn als der Schwimmmeister im Freibad ankam, warteten auf ihn 50 Bekannte und Freunde. „Jutta hatte eine Abschiedsfeier organisiert. Und dort sind Tränen geflossen“, verrät der 39-Jährige.

Auch die Badegäste habe er liebgewonnen. Zum Beispiel die Gruppe der Frühschwimmerinnen, die es ihm auch nicht übel nehmen würden, wenn er sie Haubentaucher nenne. Und natürlich die Kinder, für die „Uli“ viel mehr ist, als der, der aufpasst, dass sie nicht vom Beckenrand springen. „Er ist so nett und macht immer Scherze mit uns Kindern“, erzählt Alena Unser (7) und strahlt. „Man braucht sich einfach keine Sorgen machen, wenn die Kinder alleine im Freibad sind“, sagt Michaela Pabst. Selbst Bienenstiche würden direkt versorgt. „Er hat sogar mal angerufen, als mein Sohn sich kein Eis kaufen konnte, weil er sein Geld vergessen hatte.“ Als Schwimmmeister sei man eben nicht nur für die Sicherheit und die Technik zuständig, sagt Brandenstein, sondern würde täglich zum „Kümmerer und Schlichter“.

Über eine Bilanz freut sich Brandenstein außerordentlich: „Ich musste über die ganzen Jahre lediglich nur einmal ins Wasser springen, um jemanden zu retten.“ Ein Flüchtlingsjunge habe im Wasser seine Schwimmnudel verloren. Alles ging gut aus. Was Brandenstein besonders fehlen wird? Früh morgens, wenn noch keine Gäste da sind, am Beckenrand stehen und aufs blaue Wasser schauen. „Das ist einfach total entspannend.“

Quelle: HNA

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