Drei Tauzieher erinnern sich an Höhepunkte aus 38 Jahren Vereinsgeschichte

Nach 38 Jahren ist Schluss: Tauzieh-Club Zennern wird aufgelöst

Volle Konzentration am Tau: Coach Matthias Knieling feuerte seine Jungs an. Von links ziehen am Tau Benjamin Rohrer, Andreas Korell, Marcel Kobus, Matthias Kraft, Frank Raffler, Thomas Spiegler und Harald Bächt. Unser Bild stammt aus dem Jahr 2010. Archivfoto: Zerhau

Zennern. Sie haben in der Bundesliga gezogen, es zu Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften geschafft: die Sportler des Tauzieh-Clubs Zennern. Das alles ist jetzt Geschichte. Nach 38 Jahren löst sich der Verein auf. Wir blicken zurück.

 Tauzieher sind nicht nur Experten für Kraft und Kondition. Sie wissen auch, wie man am schnellsten Gewicht verliert. Einfach die Winterjacke anziehen, ins Auto hocken, die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen und schon strömt der Schweiß. Das ist ein erprobtes Mittel.

„Ein bis zwei Kilo bekommt man so weg“, sagt Willi Baun, Gründungsmitglied des Tauzieh-Clubs Zennern. Vor manchem Wettkampf haben die Mannschaften so auf den letzten Drücker die Startberechtigung erhalten. Willi Braun, Lothar Salomon und Andreas Korell erinnern sich gerne an Erlebnisse wie diese.

In den 38 Jahren Tauzieh-Club Zennern sind viele weitere hinzugekommen. Aus einem Kirmesteam wird in wenigen Jahren eine Bundesligamannschaft. 1986 steigen die Männer auf, nehmen für Starts von Freiburg bis München manche Strapaze auf. Jeden Sonntag fahren sie um 5 Uhr los, um 11 Uhr wird gezogen. „Das war extrem“, sagt Willi Baun. Zwei Jahre mischen sie mit, dann geht es zurück in den Länderpokal. Die Männer sind in diesen Jahren Banker, Lehrer, Studenten, 30 Jahre und älter. 

In der Spitze zählt der Verein 30 Aktive. Es gibt ein Herren-Team, ab 1985 eine Jugendmannschaft und auch die Damen ziehen – wenn auch nur kurz. Es fehlen einfach die Gegner. Wichtigstes Mitglied des Clubs ist Georg Bräutigam. Er ist Trainer, Vorsitzender, Netzwerker. Nach seinem Tod im Jahr 2012 fehlt er dem Verein.

Bei den Männern und den Jugendlichen geht der Nachwuchs aus. Die Erwachsenen ziehen fortan mit den Sportfreunden aus Schweina (Thüringen). 2014 ist Schluss. Zennern zieht nicht mehr. Zwei Jahre später wickeln die Männer den Verein ab. Das Vereinsheim, im Jahr 2008 für 20 000 Euro errichtet, geht an die Gemeinde Wabern. „Das ist kein schönes Gefühl.“

Quelle: HNA

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