Förderverein packt ordentlich mit an, um Erhalt des 85 Jahre alten Bades zu sichern

Freibad Niederelsungen: Schwitzen für Wasserspaß

Lieben das Bad in der Nachbarschaft: Die Oberelsunger Meerjungfrauen Miriam Möller und Jana Ries kommen mit dem Fahrrad.

Niederelsungen. Mit dem Mühlengraben kam die Idee: Die Niederelsunger wollten ein Freibad. Und wovon die Einwohner vor neun Jahrzehnten träumten, davon profitieren die Bewohner des Wolfhager Stadtteils noch heute. Am Samstag wurde der 85. Geburtstag des Bades gefeiert.

Die Finanzierung ihres Bades hatten die Niederelsunger unter anderem durch Zuschüsse aus der Preußischen Regierungskasse gesichert. Der lehmige Boden erleichterte es, einen künstlichen Teich anzulegen, in den das Wasser aus dem Dasebach umgeleitet wurde. Frischwasser gab es allerdings nur nach Absprache mit Hold´s Mühle, denn wenn hier Korn gemahlen wurde, ging der Wasserfluss direkt zur Mühle. Die Wassertemperatur war eher frisch. Jederzeit – ohne Öffnungszeiten – wurde gebadet.

Aufruhr im Jahr 2001

Ein Platz an der Sonne: Jonas Winning, Thomas Günther, Sascha Hold und Tochter Junia mit den Badenixen im Hintergrund lassen es sich gutgehen auf der Bank. Fotos: Gallacher

Die Niederelsunger sind stolz auf ihr Bad. Für großen Aufruhr sorgte im Jahr 2001 ein Kirmeswagen mit dem Spruch: „Schwimmbad in Gefahr“ – 40 Bürger gründeten einen Förderverein, um die aus Kostengründen drohende Schließung abzuwenden. Seit 2002 hat der Verein das dritte Schwimmbad-Fest ausgerichtet, sagt der Vorsitzende Ralf Meister. Ziel ist, die Attraktivität des Bades zu steigern. Sichtbar wird das Vorhaben am neugebauten Holzhaus neben dem Eingang: Für das Fest kurzerhand als Museum umgenutzt, soll es später Kiosk und Kasse beherbergen. „Der Kassenautomat hat nie wirklich funktioniert, und unpersönlich war er auch“, sagt Ortsvorsteher Norbert Schmidt.

Apropos Persönlichkeit: Sie wird hier groß geschrieben, das besondere Flair des Niederelsunger Bades ist, dass man sich hier kennt, auch gegenseitig mal achtgibt, was der Nachwuchs macht. Der Förderverein ist inzwischen auf 80 Mitglieder angewachsen. Seine Mitglieder übernehmen Pflasterarbeiten, sie betreuen den örtlichen Schredderplatz, die Bücherei und engagieren sich im Haus des Gastes. Allein dieses Jahr haben die Ehrenamtlichen 430 Stunden gearbeitet, um das Schwimmbecken vom Algenbesatz zu befreien und Grünpflege zu betreiben. „Da kommt es schon öfter vor, dass die Männer im Bad mähen und ihre Frauen zu Hause den Mäh-Dienst übernehmen müssen“ schmunzelt Ralf Meister.

Riesen-Wasserrutsche

Zum Jubiläum hatte der Förderverein ein Festprogramm aufgefahren - Schnuppertauchen, Riesen-Wasserrutsche, Fun-Wasser-Basketball und abends die Niederelsunger Band „Black Paradise“ sowie die Band „Emarocken“ aus der Thüringer Partnergemeinde Wölfis.

Geöffnet ist das Bad in den Ferien ab 10 Uhr und außerhalb der Ferien ab 12 Uhr; je nach Witterung geht der Badespaß bis 18 oder 20 Uhr. (ga)

Quelle: HNA

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