Gebäude hat 62 Räume

Sechs Jahre dauerte die Sanierung: Schloss Riede erstrahlt wieder im neuen Glanz

Fasziniert vom Schloss, dessen ursprünglichen Stilelemente der Renaissance erhalten sind: Norbert Zimmermann (Vorsitzender des Fördervereins), Gudrun Kahl und ihr Sohn, Dr. Johannes Kahl. Fotos:  Norbert Müller

Riede. Die Zufriedenheit ist Dr. Johannes Kahl deutlich anzumerken. Er blickt lächelnd auf das Familiendomizil, Schloss Riede, dessen Sanierung in diesen Tagen abgeschlossen wird.

Nach gut sechs Jahren, in denen das Schloss behutsam runderneuert wurde, nun endlich auf der Zielgeraden angekommen zu sein, das, so Kahl, gebe ihm „ein sehr angenehmes, sehr befriedigendes Gefühl".Dr. Johannes Kahl und Dr. Christian Kahl hatten den alten Renaissancebau 2007 von der Familie von Buttlar erworben. Die Brüder hatten genaue Vorstellungen, wie das Kleinod ab 2008 in einen Familiensitz umgebaut werden sollte und auch genaue Zeitvorstellungen: Bis 2014, so hatten sie sich seinerzeit vorgenommen, sollte die Sanierung abgeschlossen sein. Ihnen ist eine Punktlandung geglückt.

„Mein Bruder und ich haben die Arbeiten in sechs Bereiche eingeteilt und festgelegt, in welchem Jahr welche Arbeiten erledigt werden“, erinnert sich der 45-Jährige. Wesentlich sei dabei gewesen, dass die Atmosphäre des Gebäudes erhalten bleiben sollte. Unterstützt wurden sie vom Verein zur Förderung des Schlosses Riede und dessen Vorsitzenden Norbert Zimmermann sowie vom Architekten Manfred Quehl, der das Gebäude schon für die Vorbesitzer detailliert untersucht hatte.

Hintergrund

Im Jahr 1074 wird der Ort Riede erstmals urkundlich erwähnt. 1443 wird Riede samt Burg an das Rittergeschlecht von Meysenbugk verkauft. Das Schloss wird 1563 durch Leo von Meysenbugk im Renaissancestil errichtet. 1695 wird das Dachgeschoss umgebaut und erhält barocke Gestaltungselemente. 1770 wird der frühromantische Landschaftspark angelegt.

1826 erwirbt die Familie von Buttlar Schloss und Vorwerk, 60 Jahre später wid der Südflügel in Fachwerkkonstruktion angebaut. 2007 kauft Familie Kahl Schloss und Vorwerk.

Zeitlich und finanziell sei man im Plan geblieben, auch weil man „baulich keine Überraschungen erlebt“ habe. Über die Summen, die in die Sanierung des Hauses geflossen sind, sprechen die Kahls nicht, nur soviel: Man habe immer wieder auch Fördermittel bekommen.

Über die Jahre wurden nach Angaben von Architekt Quehl unter anderem die gesamte Haustechnik erneuert, eine moderne Flüssiggasheizung eingebaut, im Fachwerkanbau aus dem Jahr 1886 ein Lift installiert und auf drei Etagen drei komfortable Wohnungen geschaffen. Von den insgesamt 62 Räumen, die es laut Quehl im Haus gibt, seien dafür aber nur ein kleiner Teil benötigt worden. In die historische Substanz wurde nicht eingegriffen. Zuletzt standen die Arbeiten an der Fassade auf dem Programm. Das Problem der Dämmung habe sich an der alten Bausubstanz übrigens nicht gestellt angesichts Mauerstärken zwischen 85 und 160 Zentimetern. Außerdem wurde der 20 Hektar große Schlosspark renaturiert und restauriert. Als Anerkennung für ihre Arbeit erhielten die Kahls schon 2012 den Deutschen Preis für Denkmalschutz.

Als nächstes wollen der Psychologe Dr. Christian Kahl und der Wissenschaftler im Bereich Ökolebensmittelqualität an der Uni Kassel, Dr. Johannes Kahl, den Gutshof entwickeln. Pläne gibt es schon und auch einen zeitlichen Rahmen: In drei Jahren wollen sie fertig sein.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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