Geschäft in der Wolfhager Altstadt

Second-Hand-Kleiderladen muss seine Pforten schließen

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Ende nach fast zehn Jahren: Jörg Rösler und Susanne Wohlrab in den Räumen des Second-Hand-Kleiderladens an der Schützeberger Straße. Zum 15. April schließen die Pforten.

Wolfhagen. Jörg Rösler sitzt traurig am Schreibtisch seines Büros des Kleiderladens „Pünktchen und Antons Wunderland“ an der Schützeberger Straße. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau Brunhilde im vergangenen Sommer muss Rösler nun aufgeben und auch den Laden für Second-Hand-Sachen zum 15. April schließen.

„Ich will und schaffe es gesundheitlich auch nicht mehr,“ sagt Rösler. Seit 2004 führte seine verstorbene Frau den Laden. „Sie hat das immer alleine gemacht – und hing mit Leib und Seele daran“, sagt der 64-jährige Rentner. In den Räumen an der Schützeberger Straße konnten die Kunden ihre gebrauchten Sachen zum Weiterverkauf abgeben. Doch der Laden und seine Betreiberin waren viel mehr als eine Verkaufsstelle für Babysachen, Spielzeug und verschiedene Bekleidungsartikel für Erwachsene.

An karitative Zwecke

Es war auch immer eine Anlaufstelle für Kunden aller Alters- und Gesellschaftsschichten, um ihr Herz „auszuschütten“, sagt Rösler.

Es ging auch nie um die wirtschaftliche Rentabilität, ergänzt der Dachdeckermeister, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Vielmehr ging es um eine „sinnvolle Nutzung der Räumlichkeiten.“ Alle Sachen, die nach fünf Monaten nicht verkauft wurden, erhielten durch die Weitergabe an karitative Zwecke noch eine sinnvolle Verwendung.

Von dem, was der Second-Hand-Laden abwirft, könne man nicht leben, sagt der 64-Jährige. Dies sei auch der Grund, warum Susanne Wohlrab die kurzzeitige Überlegung, den Laden weiterzuführen, wieder aufgegeben hat.

Die 37-jährige Hausfrau und Mutter hilft Rösler beim Sortieren, Verkaufen und Ausräumen der verbliebenen Ware – ehrenamtlich. Jörg Rösler wurde bereits von vielen Kunden angesprochen, die ihr Mitleid über die Schließung geäußert hätten.

Bei den treuen Kunden bedankt sich Rösler auch ausdrücklich für das Vertrauen sowie die Unterstützung in den vergangenen Jahren und möchte nun „das Beste aus der Sache machen.“

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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