Pfarrer Gerhard Peter geht nach fast 16 Jahren in den Ruhestand

Mit Freude in den Ruhestand: Gerhard Peter freut sich auf die Zeit mit seiner Familie. Pfingstmontag wird er in der Stadtkirche verabschiedet werden. Foto: Wüstefeld

Melsungen. „Jetzt hast du auch mal Zeit für uns“ – diesen Satz hat Gerhard Peter von seinen zwei noch im Haus lebenden Kindern gehört, als die Entscheidung fiel, in den Ruhestand zu treten. Zeit, die sich der 62-Jährige gerne nimmt: „Ich freue mich auf den kommenden Lebensabschnitt.“

Noch ist Peter Gemeindepfarrer in Melsungen, seit 15 Jahren und acht Monaten. Am 31. Juli ist sein offiziell letzter Arbeitstag. Bereits am Pfingstmontag, 28. Mai, wird er ab 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche verabschiedet werden. Ein Umstand, dem Peter gelassen entgegen sieht: „Ich gehe leichten Herzens, da ich weiß, dass ein Nachfolger meine Stelle antreten wird.“ Ein Nachfolger, der er selbst einmal gewesen ist. Am 1. Dezember 1996 trat Peter die Stelle in Melsungen an und löste seinen Vorgänger Martin Goronzy ab.

Der Familienvater hat sich in seiner Gemeinde, zu der 2500 Seelen gehören, vielseitig engagiert. Neben der inhaltlichen Ausrichtung und Herausgabe des Gemeindebriefes war er geschäftsführender Pfarrer der beiden Evangelischen Kindergärten und zeitweise auch Vorsitzender der Diakoniestation. Zudem habe er sechs Vikare in Melsungen ausgebildet, sagte Peter. Diese Verantwortung für die Gemeinde und den Nachwuchs gebe er jetzt zwar ungern ab, alles habe aber seine Zeit: „Ich habe nie etwas bereut, und es hat mir immer Spaß gemacht“, resümiert Peter die vergangenen Jahre.

Die Gründe, warum er Pfarrer geworden ist, hören sich genauso einfach wie tiefgründig an: Was ist der Mensch, was ist seine Bestimmung, was bewegt ihn? Letzteres habe sich vor allem in den Lebensgeschichten der Menschen wiedergefunden. Diese sind es, die den Beruf so vielseitig machen, findet Peter. Das seien wunderbare, aber auch anstrengende Momente.

Von beiden hat Peter viele erlebt. „Am meisten gefreut habe ich mich jedes Mal über die Gemeindefeste, wenn die Menschen zusammen singen, feiern und lachen“, sagt Peter, der andere Menschen selbst gern zum Lachen bringt und mit seiner Frau in der Freizeit oft zum Kabarett fährt.

Der Freude gegenüber standen vor allem die Trauer und die Angst: „Sehr prägend war auch meine Zeit als Krankenhauspfarrer in Marburg“, sagt Peter, „da konnte ich manches Mal nicht in die Klinik gehen, weil das zuviel für mich gewesen wäre“, gibt er zu.

Doch das Leid in der Welt trübt nicht Peters Zuversicht und Hoffnung. „Das sollte das Grundgefühl in der Welt sein, und das ist es, was ich den Menschen immer vermitteln wollte – ebenso, dass es eine Freiheit des Gewissens gibt.“

Peter selbst hat sich diese Gefühle auch durch eine schwere Erkrankung nicht nehmen lassen: „Für mich gilt es jetzt erst einmal, wieder ganz gesund zu werden“, macht er deutlich, was für ihn jetzt nach der Pensionierung wichtig ist, und: „Natürlich steht auch meine Familie ganz oben.“

Und irgendwann möchte er dann auch wieder seine Dienste der Kirche anbieten, ehrenamtlich. Doch jetzt wünscht sich Gerhard Peter erst einmal, dass „Gott meinen Ruhestand und meine Nachfolger segne.“ (cow)

Quelle: HNA

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