Sechs Weltmeistertitel, Silber- und Bronzemedaillen für Willingshäuser Vogelzüchter

So sehen eben Sieger aus

+
Weltmeister: Die Willingshäuser Vogelzüchter von links: Gerhard Wahl (Bronze), Hartmut Schenk (Bronze), Hans-Jürgen Hill (Gold), Horst Haber (Silber) und Mario Raab (Gold).

Willinghausen. Vor 60 Jahren brachte Horst Haber zum Entsetzen seiner Mutter ein Pärchen gelber Kanarienvögel nach Hause. Mit Unterstützung des alten Herrn Schäfer, wie Haber seinen Mentor nennt, machte er sich daran, gelbe Kanarienvögel zu züchten.

Heute ist der 68-Jährige nicht nur Vorsitzender des Willingshäuser Vogelzuchtvereins, sondern auch Vizeweltmeister. Den Titel holte er sich beim Wettbewerb in Porto in Nordportugal mit seinem Münchner Positurkanaren in lipochrom gescheckt. Überhaupt waren die 13 Willingshäuser Züchter, die mit 87 Tieren nach Porto gereist waren, äußerst erfolgreich. Nach fünf Tagen brachten sie sechs Weltmeister-, zwei Vize-Weltmeistertitel und zwei Bronzemedaillen nach Hause.

Erfolgsserie fortgesetzt

Damit setzten die Willingshäuser Vogelzüchter ihre Erfolgsserie der vergangenen Jahre fort. Doch Erfolge fallen nicht vom Himmel, „da sind Geduld, Können, Arbeit und Wissen nötig“, sagen die Weltmeister. Denn ausgestellt werden einjährige Tiere aus der eigenen Zucht.

„Schummeln ist nicht möglich“, sagt Mario Raab, Sprecher des Vereins, und ebenfalls Weltmeister. Denn jeder Vogel trägt einen Ring, der so klein ist, dass er spätestens am sechsten Tag nach dem Schlüpfen dem Tier über den Fuß gestreift werden muss. Darauf eingestanzt sind auch Vereins-, Verbands- und Züchternummer. „Es ist die unveränderliche Identitätskarte des Vogels“, sagt Haber.

Mit ihren so unverwechselbaren Vögeln startete eine Gruppe von 26 Willingshäusern per Flugzeug in Richtung Portugal. Die 87 Tiere waren schon zwei Wochen vorher, ausgestattet mit einem Gesundheitszeugnis, nach Nürnberg gebracht worden, um von dort aus in speziellen Transportkisten mit einem Kleinlaster nach Porto gefahren zu werden.

In der dortigen Messehallen nahmen die Preisrichter die Vögel unter die Lupe. Bewertet werden die Tiere unter anderem nach dem Gefieder, der Haltung, Kopf, Farbe und Größe – Standards, die seit 50 bis 60 Jahren gelten. Unterteilt ist die Wertung in Einzelvögel und vier Tiere von der selben Rasse und Farbenschlag, Kollektion genannt. In beiden Abteilungen waren die Willingshäuser erfolgreich und kassierten Titel. Wobei die Wertung in der Kollektion unter den Züchtern höherwertig gilt, denn die Zucht von vier gleichen Vögeln sei ungleich schwieriger und aufwändiger.

Zeitintensives Hobby

Überhaupt ist das Hobby nicht gerade billig und vor allem zeitintensiv. Ein Vogel brauche durchschnittlich nur einen Teelöffel Futter am Tag, das gekauft oder im eigenen Garten angebaut wird, und etwas Wasser.

Teuer ist der Bau von Volieren und festen Außengehegen. Und die Zeit? „Am Vormittag bin schon mal zwei Stunden bei meinen Vögeln“, sagt Haber. Insgesamt kommen am Tag drei bis fünf Stunden zusammen. In der Brut- und Schlupfzeit auch etwas mehr, man müsse sich um seine Tiere kümmern.

Zur Last werde das nicht, denn „wenn man von dem Virus befallen ist, wird man ihn nicht mehr los“, sagt Gerhard Wahl. Denn der Reiz dabei sei, alljährlich gute Vögel zu züchten.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare