Hephata baut Wohngruppe: Mitarbeiter informierten Schrecksbacher über das Projekt

„Seien Sie einfach ganz normal“

Klärten über das Wohnkonzept auf: Thilo Bätz (rechts) und Anne Dorothee Wippermann (links) im Gespräch mit den Schrecksbachern. Foto: Rose

Schrecksbach. Aus der Sonderwelt hinein in den Sozialraum, kurz in Dörfer, Städte und Gemeinden: Das ist in den kommenden Jahren das Ziel der Hephata-Diakonie. Mehr Menschen mit Behinderungen sollen künftig in Wohngruppen außerhalb des Stammsitzes wohnen und leben.

Nach Rommershausen und Jesberg gibt es jetzt ein Projekt in Schrecksbach. Im Sommer ziehen 14 Menschen mit Behinderung in einen Neubau an der Kasseler Straße.

Über die Idee dahinter informierten am Dienstagabend Anne Dorothee Wippermann, Leiterin des Geschäftsbereiches Behindertenhilfe, Thilo Bätz, Bereichsleiter des Wohnbereiches 1 und der zuständige Team- und Hausleiter Heinz Merle. 40 Zuhörer waren dazu ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen.

Die Gemeinde sei als Standort des neuen Hauses perfekt geeignet, erläuterte Bätz: „Alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs sind in unmittelbarer Nähe und größtenteils barrierefrei.“ Der Einzug sei für Mitte Juli vorgesehen. Sechs junge Leute im Grundbildungsjahr teilen sich das Erdgeschoss, acht ältere Bewohner, von denen bereits vier in Rente sind, ziehen ins Obergeschoss ein. Verbunden sind die Etagen mit einem Fahrstuhl. Heinz Merle erläuterte, dass es künftig vier Rollstuhlfahrer mehr in Schrecksbach gebe: „Außerdem wird das Haus in Selbstversorgung verwaltet. Sie brauchen nicht zu denken, da kommt jeden Mittag ein Hephata-Fahrzeug und bringt das Essen. Die Menschen sollen entsprechend ihren Fähigkeiten alltägliche Aufgaben übernehmen.“

Mahlzeiten zubereiten

Dazu gehöre sowohl die Zubereitung der Mahlzeiten als auch die Erledigung der Wäsche.

Einstellen müssten sich die Schrecksbacher aber vielleicht darauf, dass nicht jeder der neuen Einwohner sprechen könne: „Es kann sein, dass ihnen jemand beim Metzger ein Bildsymbol für ein Gehacktesbrötchen zeigt. Das ist dann seine Art der Kommunikation“, verdeutlichte Merle den Gästen im Dorfgemeinschaftshaus. Wie man am besten mit den Bewohnern umgehe, fragte ein Schrecksbacher: „Da gibt es kein Patentrezept: Einige sind offen, andere eher zurückhaltend“, sagte Bätz. „Seien Sie nicht übervorsichtig, sondern einfach ganz normal“, empfahl er.

Ins Gespräch werde man sicher schnell kommen – etwa bei Kaffee und Kuchen im Mehrgenerationencafé. (zsr)

Quelle: HNA

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