82 Menschen Leben gerettet

Gruppe Helfer vor Ort: 225 Einsatzkräfte haben sich dem Ehrenamt verschrieben

Homberg. Mehr als 5000 Einsätze: 225 Einsatzkräfte sind im Schwalm-Eder-Kreis aktiv.

Sie sind zur Stelle, wenn es um Minuten geht: die Helfer vor Ort (HvOs) aus dem Schwalm-Eder-Kreis. 225 sind es mittlerweile, die sich dem Ehrenamt verschrieben haben – und deren Handy immer dann klingelt, wenn es um Leben und Tod geht.

5353 Einsätze haben die Helfer vor Ort aus dem Landkreis seit der Gründung des Systems im Jahr 2010 absolviert. 82 Menschen konnten sie dabei noch am Einsatzort das Leben retten.

„Die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt pro Minute um zehn Prozent“, sagt Dr. Andreas Hettel, Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im Asklepios Klinikum Schwalmstadt.

Am Einsatzort gehe es also vor allem darum, die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu verkürzen, indem lebenserhaltende Basismaßnahmen veranlasst werden. „So kann auch verhindert werden, dass der Patient Folgeschäden davonträgt“, so Hettel.

„Viele Patienten, die nach einem HvO-Einsatz eingeliefert wurden, haben die Intensivstation auf zwei Beinen verlassen“, sagt Hettel, der auch stellvertretender Kreisvorsitzende des DRK ist. „Das hätten die sonst nicht geschafft.“ Auch sei es wichtig zu beruhigen, vorzubereiten und den Rettungsdienst als ergänzender Helfer zu unterstützen.

„Alles, was maximal fünf Minuten entfernt ist, macht Sinn“, so Hettel. Ein Krankenwagen brauche mindestens acht Minuten, bis er den Einsatzort erreicht hat.

„Helfer vor Ort gibt es mittlerweile flächendeckend im ganzen Landkreis“, sagt Regina Radloff, DRK-Kreisbereitschaftsleiterin. Von Arnsbach bis Zimmersrode sind 139 Orte im Schwalm-Eder-Kreis mit mindestens einem HvO bestückt.

„Sie sind die Ersten und häufig alleine“, betont Radloff. „Die Erlebnisse können krass sein.“ Einige HvOs würden sich daher auch mal eine Auszeit nehmen.

15 000 Alarmierungen seit dem Start 2010

Bereits 15.000 Mal wurden die Helfer vor Ort (HvOs) aus dem Schwalm-Eder-Kreis alarmiert, seit das Projekt im Jahr 2010 vom Deutschen Roten Kreuz im Landkreis gestartet wurde. Bei knapp einem Drittel der Alarmierungen rückte ein ortsansässiger HvO an – in den meisten Fällen erreichte er den Einsatzort vor dem Rettungsdienst.

Der ehrenamtliche Helfer übernimmt dann die Versorgung des Patienten, führt lebenserhaltende Sofortmaßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch und betreut die Betroffenen. Jeder Helfer vor Ort bekommt vor seinem ersten Einsatz eine Notfalltasche, in der sich Beatmungsbeutel, Verbandmaterial, eine Blutdruckmanschette und eine Halskrause befinden. Auch müssen die HvOs einen Erste-Hilfe-Kurs sowie eine Sanitätsausbildung absolvieren.

Quelle: HNA

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