Luise und Wilhelm Koch aus Bischofferode begehen ihre Eiserne Hochzeit

Seit 65 Jahren glücklich vereint

65 Jahre glücklich: Luise und Wilhelm Koch mit den neuesten Bildern ihrer Großfamilie. Foto: Schmidt

Bischofferode. Das Geld hat sie zusammengebracht: Luise Koch, damals noch Pässler, kam 1946 mit ihrer Famililie aus dem heutigen Tschechien nach Deutschland. Wilhelm Koch arbeitete als Verwalter der Gemeindekasse in Bischofferode und war für die Heimatvertriebenen zuständig. So lernten die beiden sich kennen. Ein Jahr später traten sie vor den Altar und feiern heute ihren 65. Hochzeitstag.

Luise Koch, geborene Pässler, wurde 1925 in Asch, einem Dorf in der Tschechei, geboren. Mit 16 Jahren musste sie in den Kriegseinsatz und arbeitete dort in einem Bunker im Flugzeugwerk. Dabei wurde sie sogar während eines Angriffs verschüttet und wäre beinahe umgekommen.

Nach Ende des Krieges musste sie in ein Zwangslager. 1946 wurde sie dann mit ihrer Familie nach Deutschland ausgesiedelt. Nach ihrer Heirat kümmerte sie sich um den Haushalt und ihre sechs Kinder. Bis heute ist sie im Landfrauenverein Bischofferode, dort war sie zwei Jahre Vorsitzende.

Wilhelm Koch ist 90 Jahre alt und gebürtiger Bischofferöder. Mit 19 Jahren wurde er in den Kriegsdienst eingezogen. Fünf Jahre hat er an verschiedenen Stützpunkten gekämpft. Dabei nahmen sein rechter Arm und sein Gehör großen Schaden.

„Sie wollten mir den Arm abnehmen, aber ich habe protestiert“, erzählt Wilhelm Koch. Zurück zu Hause half er seiner Familie und Bekannten mit der Landwirtschaft und verwaltete die Gemeindekasse in Bischofferode. Darauf folgten verschiedene Anstellungen, unter anderem bei Wespa in Spangenberg.

Jagdhütte als Heim

Nachdem die beiden am 13. April 1947 geheiratet hatten, verbrachten sie die ersten Jahre in Wilhelm Kochs Elternhaus. Da seine sechs Geschwister ebenfalls im Haus wohnten, kaufte das Ehepaar eine Jagdhütte im Wald. „Darin hatten wir genug Platz, das einzige, was wirklich fehlte, war das fließende Wasser“, erzählt Luise Koch. Fünf ihrer sechs Kinder wurden in der Hütte geboren. Dort eröffneten sie auch eine kleine Gartenwirtschaft, in der sich sonntags meist Flüchtlinge aus den umliegenden Dörfern trafen. 1957 zog die Familie dann wieder in das Elternhaus von Wilhelm Koch, in dem die beiden heute noch wohnen.

Nach 65 Jahren Ehe schauen die beiden auf manch schlechte aber auch viele gute Zeiten zurück. „Ich habe erst spät Geschwister bekommen, daher wollte ich selbst eine große Familie“, erzählt Luise Koch. Mit sechs Kindern, 13 Enkelkindern und sieben Urenkeln ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Mit Familie und Freunden feiern sie am Samstag ihr Jubiläum, die erste Eiserne Hochzeit in Bischofferode überhaupt. Ihr Geheimtipp für eine lange, glückliche Ehe: „Den Humor darf man nicht verlieren.“ (rax)

Quelle: HNA

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