Seit 50 Jahren bei den Jagdhornbläsern

Jagdliche Urgesteine: Seit über 50 Jahren sind Elfriede und Willi Wiegand, er mit dem Fürst-Plesshorn, sie mit dem großen Parforcehorn, ein fester Bestandteil des Bläsercorps des Wolfhager Kreisjagdvereins. Foto: zih

Die Jagdhornsignale kennen Willi und Elfriede Wiegand aus dem Effeff. Sie sind im Bläsercorps des Wolfhager Kreisjagdvereins echte Urgesteine.

Wolfhagen. Hohe Ehrung für das Wolfhager Ehepaar Willi und Elfriede Wiegand: Für ihre 50-jährige Mitgliedschaft im Bläsercorps des Kreisjagdvereins (KJV) Wolfhagen wurden der 92-Jährige und seine vier Jahre jüngere Ehefrau, die liebevoll Friedchen genannt wird, während einer Übungsstunde ausgezeichnet.

Es war das Jahr 1963, als sich Willi Wiegand von seinem Friedchen dazu überreden ließ, nicht nur den Jagdschein zu machen, sondern in ihm die Leidenschaft fürs Jagdhornblasen entfachte. „Das Beherrschen aller Jagdhornsignale war damals fester Bestandteil der Jägerprüfung und gehörte für mich zur Jagd wie das Amen in der Kirche“, sagt der rüstige Ingenieur. Er bedauert, dass heute beim „grünen Abitur“ nur noch drei Signale richtig erkannt werden müssen.

An die Anfänge ihres gemeinsamen Hobbys erinnern sich die beiden mit Grauen. Friedchen hatte sich für das große Parforcehorn entschieden, Willi hingegen bläst das Fürst-Plesshorn, er sagt heute schmunzelnd: „Parallel zu den Übungsstunden im Kreisjagdverein-Bläsercorps haben wir zusätzlich noch Unterrichtsstunden bei einem Musiker in Martinhagen genommen. Zu Hause saßen wir so manche Nacht im Ehebeet und haben versucht, durch die Veränderung unserer Lippenspannung dem Instrument die B-Naturtonreihe zu entlocken.“ War das geschafft, kam die nächste Herausforderung: Die Tonreihe für das Zusammenspiel musste mit anderen Bläsern zu einem Stück geformt werden.

„Auch wenn wir nicht mehr die Jüngsten sind, die Luft ist noch vorhanden.“

Heute können die beiden darüber lächeln. In der Instrumententasche bewahren sie noch immer das Notenbüchlein des Deutschen Jagdverbandes mit den wichtigsten 45 Jagdleit- und Totsignalen auf. Doch das ist eher eine Gewohnheit, denn alle Jagdhornsignale beherrschen Willi und Elfriede Wiegand aus dem Effeff. „Auch wenn wir nicht mehr die Jüngsten sind, die Luft ist noch vorhanden“, sagt der 92-Jährige.

Skifahren in der Schweiz

Seine Energie hat er bis vor einigen Jahren noch beim Sport getankt. 16 Mal erfüllte er die Bedingungen für das Goldene Sportabzeichen, bis 2009 fuhren er und sein Friedchen regelmäßig noch in den Schweizer Bergen Ski. Die Bretter haben beide, die vor drei Jahren ihre Diamantene Hochzeit feierten, an den Nagel gehängt.

Musik an Anfang und Ende

Auch das Jagen hat Willi Wiegand Ende 2013 aufgegeben. Bis dahin hatte er regelmäßig auf Reh, Bock und Wildsau angesessen. Dabei war neben Flinte und Büchse sein Fürst-Plesshorn ständiger Begleiter. Willi Wiegand: „Mir ging es nicht nur darum, ein für mich vielleicht lebensnotwendiges Signal zu blasen. Nach altem Waidmannsbrauch habe ich die Jagd musikalisch eröffnet und beendet. Dem erlegten Wild galt der letzte Gruß.“ (zih)

Quelle: HNA

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