Beim Wasenberger Karnevalsabend blieb keiner ungeschoren – Dazu Show und Musik

Seitenhiebe im Minutentakt

Elegante Damen, dandyhafte Herren: Gäste und Akteure hatten Spaß an der Freud‘ in der jeweils anderen Rolle. Rechts: Klaus Zulauf, Dieter Zulauf, Thomas Hauschk und Christoph Hattenhauer.

Wasenberg. Dass auch abseits der großen Hochburgen Karneval gefeiert werden kann, beweisen seit 2001 die Narren in Wasenberg. Am Samstag war es wieder so weit. Auf dem Weg zum Jägerheim begegnete man Menschen in teils fantasievollen Kostümen. Ölscheichs, Hippies und Ärzte – Wasenberg beging die fünfte Jahreszeit mit Charme und Witz. Motto des Abends: Après-Ski in Wasenberg.

Unterstützt durch das närrischen Viergestirn – Andrea Heyde, Karin Berneburg, Andrea Glintzer und Silvia Gonther – führte Sitzungspräsidentin Susanne Stange-Weidemann souverän und um keinen kessen Spruch verlegen durch den Abend, geleitete die Narren im ausverkauften Saal durch das rund vierstündige Programm.

Den Anspruch einen politisch korrekten Karneval durchzuführen, wurde man aber auch in diesem Jahr nicht gerecht, zu verlockend waren doch die kleinen Seitenhiebe gegen Merzhäuser, den Pfarrer, die Lokalpolitik und sonstige Minderheiten.

Mit einem Augenzwinkern wurde so manches Ereignis und so manche Begebenheit aufs Korn genommen. Familie Koch, die vier Wasenberger Dirnen und Zensi oder aber die Sänger von „Näsche Krem“ kommentierten scharf und pointiert, sei es das Missgeschick des Gemeindebrandinspektors Horst Faust mit dem neuen Feuerwehrbus und einer Ölspur, seien es die Auswirkungen des Sparkurses der Gemeinde Willingshausen. Aufgespießt wurde auch das Liebesleben der Wasenberger, das Publikum hatte beständig etwas zu lachen.

Und wenn eine Pointe mal nicht gleich zündete, erklärte Susanne Stange-Weidemann geduldig vom Podium aus den Witz, bis auch der Letzte im Saal ihn verstand. Wobei: Dünne-Berg-Uhr – Digi-Tal-Uhr, darauf muss man natürlich erst mal kommen.

Sebastian Schneider begeisterte die Wasenberger als Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier so authentisch, dass Blumen und original Schwälmer Strümpfe auf die Bühne flogen.

Natürlich gab es in der Karnevalssession 2014 wieder ausgefeilte Tanz- und Liedbeiträge. Den Anfang machten die Tanzmäuse, welche zur Melodie von Pippi Langstrumpf eine tolle Show ablieferten. Aber auch die Gymnastikgruppe und die Gruppe „Flotte Karotten, freche Frettchen“ begeisterten mit ihren Schrittfolgen auf dem Parkett.

Nicht mehr auf den Sitzen hielt es das Publikum beim Auftritt des Männerballetts. Die von Andrea Heyde choreografierte Gruppe gab alles, die Menschen im Saal forderten lautstark Zugabe. In Wasenberg gibt es einen kleinen aber feinen Karneval, der dem in den Hochburgen im Kreis in nichts nachsteht. 

Von Matthias Haass

Quelle: HNA

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