Die archäologischen Grabungen an der Klosteranlage Spieskappel haben begonnen

Das Seitenschiff fehlt

Junge Archäologen: von links Max Fahlbusch, Antonia Krapp, Kristin Keller, Moritz Betlach und Phillip Mühling haben sichtlich Spaß daran, die alten Grundmauern der Kirche in Spieskappel auszugraben. Foto: Knauff

Frielendorf. Lang wurde geplant, jetzt haben die Grabungen begonnen. Schulklassen und alle anderen Interessierten haben die Möglichkeit, rund um die Klosterkirche Spieskappel nach historschen Überresten zu fahnden.

Gesucht wird nach dem zweiten Seitenschiff der Kirche, das im 17. Jahrhundert abgebrochen wurde. Damals war man der Auffassung, dass so eine große Kirche nicht mehr benötigt werde und so nahm man die Steine lieber für den Festungsbau in Ziegenhain. Im Zuge der Kirchensanierung soll nun aber wieder freigelegt werden, was jahrelang unter der Erde verborgen lag. Und dabei dürfen Schüler und Interessierte aus der Umgebung mit Hand anlegen.

Unter der Leitung des Archäologen Dr. Jürgen Kneipp machten sich diese Woche Schüler an die Arbeit. Es wurden Aufgaben verteilt, alle bekamen eine kurze Einweisung.

Bei der ersten Grabung mit einer anderen Schulklasse habe man sogar schon eine Münze von 1655 gefunden, berichtete Architekt Helge Schröder. Angespornt durch die Aussicht auf spannende Funde ging es zügig los.

„Wir behandeln die Ausgrabungen in Spieskappel auch im Rahmen des Unterrichts. Hier können die Schüler Geschichte hautnah erleben“, berichtete Lehrerin Daniela Forst (Melanchthon-Schule).

Die Anstrengungen der Schüler bleiben nicht vergeblich. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich Dokumentiert und dann am 9. September, dem Tag des Denkmals, der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Ziel der Grabungen sei es die Kirche nicht nur zu sanieren, sondern auch die Dimensionen deutlich zu machen, die das ehemalige Kloster früher hatte, so Helge Schröder. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, dies zu erreichen. Er könne sich zum Beispiel eine Bepflanzung oder auch Wege vorstellen, die die Außenmauern nachzeichnen. Auch könnte man diese zum Teil wieder aufmauern. „Ziel ist es, das was nicht mehr da ist ein Stück weit erahnen zu können“, sagte der Pfarrer der Kirchengemeinde Marco Firnges.

Auch möchte man durch die historischen Funde Interesse schaffen bei möglichen Investoren, um die 1,7 Millionen Euro für die Sanierungsarbeiten zu finanzieren.

Die Menschen aus der Umgebung sollen in den Prozess mit eingebunden werden. So haben sie die Möglichkeit sich hinterher stärker mit der Kirche zu identifizieren. Deshalb veranstalte man auch die offenen Grabungen.

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

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