Selbstschlachter-Quote ist hoch: Landfleischereien setzten auf Ahle Wurst

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Wolfhagen. Fleisch aus eigener Schlachtung – das gibt es im Einzugsgebiet der Fleischer-Innung Hofgeismar-Wolfhagen noch in etwa 80 Prozent der Betriebe, sagt Obermeister Uwe Köhler. „In Wolfhagen und Hofgeismar stehen wir sehr gut da“, sagt der Fleischermeister.

Das habe auch mit der Stadt-Land-Schere zu tun. In der Stadt Kassel gäbe es gar keine Eigenschlachtung mehr, da sich alles auf den Schlachthof Kassel konzentriere. Und dann sei da „natürlich noch der Faktor Ahle Wurst“. Für die Herstellung der regionalen Spezialität brauche man schlachtfrisches Fleisch, das noch warm verarbeitet werden müsse. „Ich glaube, dass Regionalität für die kleineren Betriebe in Zukunft die einzige Möglichkeit ist, zu überleben“, sagt Köhler, „auch der Kunde verlangt danach.“

Auch im gesamten Landkreis Kassel schlachten relativ viele Betriebe selbst, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. „Wir haben etwa 80 Betriebe und davon schlachtet die Hälfte noch selbst“. In anderen Regionen Deutschlands sei die Selbstschlachter-Quote geringer. Insgesamt hat die Zahl der Fleischerbetriebe, die noch selbst schlachten, abgenommen. Besonders seit 2009 die betreffende EU-Verordnung reformiert wurde. Denn damit wurden die Auflagen für die Betriebe strenger. Seitdem muss es beispielsweise getrennte Räume fürs Schlachten und Weiterverarbeiten des Fleisches geben.

„Solche Umbauten sind aufwendig und mit hohen Kosten verbunden“, erklärt Kühlborn. „Das ist und war für viele kleinere Betriebe einfach nicht umsetzbar“ sagt auch Köhler. „Eigenschlachtung ist grundsätzlich teurer als der Zukauf von Fleischteilen“, erklärt der Obermeister der Fleischer-Innung. Gründe hierfür seien die geringen Lohnkosten und die hohen Stückzahlen, die die großen Schlachthöfe verarbeiten.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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