Selten ernste Verstöße bei Viehtransporten

Schwalm-Eder: Millionen Schlachttiere rollen durch den Kreis

Schwalm-Eder. Millionen von Schlachttieren werden jährlich auf Deutschlands Straßen transportiert – auch im Landkreis. Hier rollen pro Jahre 20 Millionen Hähnchen, 52 000 Schweine und etwa 900 Rinder zu den Großschlachthöfen.

Für knapp 30 000 Schweine heißt die Endstation Schlachthof Schwalmstadt, für die Hähnchen ist es eine Schlachterei in Gudensberg.

„Viele Tiere im Landkreis werden nur regional transportiert“, sagt Dr. Dirk Kusan, stellvertretender Leiter des Veterinäramtes in Homberg und fügt an: „Zum Glück.“ Für die Tiere bedeutet jeder Transport Stress, auch wenn es sich um Zuchttiere handelt, die nicht geschlachtet werden.

Vor jedem Transport zwischen den Ländern in der EU und als Ex- oder Import außerhalb der EU-Grenzen muss ein Amtstierarzt die Tiere in Augenschein nehmen und bescheinigen, dass einem Transport nichts entgegen steht.

Auf den Straßen kontrollieren das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und die Polizei. An ein bis zwei Kontrollen pro Jahr ist das Veterinäramt beteiligt. „Vier- bis fünfmal werden wir gerufen, wenn es Auffälligkeiten gibt“, sagt Kusan.

Gravierende Verstöße seien in jüngster Vergangenheit nicht festgestellt worden. Der Platz für die Tiere und die Versorgung mit Wasser und Futter sei vor allem bei großen, etablierten Transportfirmen meist ausreichend.

Aus Gründen des Tierschutzes sei es aber grundsätzlich bedenklich, dass Schlachttiere auch beispielsweise in die Türkei und sogar nach Afrika transportiert würden – und das sogar noch subventioniert.

Problematisch sind oft Doppelstocktransporter mit Rindern. Sie sind vier Meter hoch und nach Ansicht der Veterinäre 20 Zentimeter zu niedrig. Kusan: „Rinder machen zum Abkoten einen Buckel. Dafür reicht der Platz nicht.“ Das Problem: Polizei und Straßenverkehrsbehörde erlauben nur bis zu vier Meter Höhe.

Quelle: HNA

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