Seltene Kopfhainbuchen-Allee am Odenberg: Pflegeschnitt für 80 Raritäten

Baumpfleger: Karl-Heinz Knüppel von der Ehrenamtsbörse.

Gudensberg. Eine echte Rarität sind die 80 Kopfhainbuchen am Waldrand des Odenbergs in Gudensberg. Nicht der Baum an sich sei das Besondere, sondern die Art und Weise der Anpflanzung in einer Allee, erklärte Karl-Heinz Knüppel von der Ehrenamtsbörse in Gudensberg. So etwas sei in Nordhessen einzigartig.

So etwas sei in Nordhessen einzigartig. Um die Bäume am Panoramawanderweg rund um Gudensberg zu erhalten, ist eine regelmäßige Pflege notwendig. Schätzungsweise zwischen 1825 und 1840 sind die Bäume gepflanzt worden. Ihr Holz diente den Menschen früher als Brennstoff, im Sommer spendete die Bäume dem weidenden Vieh Schatten und das Laub nutzte man als Streu in den Ställen.

Ohne Pflege würde das Gewicht der Äste dafür sorgen, dass die Stämme auseinanderbrechen. Einige der Bäume am Odenberg sind so bereits zerstört worden, denn seit über 60 Jahren hatte sich niemand um sie gekümmert.

„Die Bäume am Odenberg sind ein erhaltenswertes Kulturerbe“, sagt Knüppel. „Sie sagen etwas über die Geschichte und Entwicklung der bäuerlichen Kleinstruktur der Region aus und dienen unterschiedlichen Tierarten als Lebensraum.“ Die hessische Naturlandstiftung im Schwalm-Eder-Kreis hat die Baumpflegearbeiten mitfinanziert.

In einer Aktion der Ehrenamtsbörse wurden die Bäume jetzt „auf den Kopf gesetzt“, das heißt, bis auf den Stamm und die Astansätze gekürzt. Der radikale Kronenschnitt ist nötig, damit neue Triebe wachsen und sich eine neue Krone ausbilden kann.

15 ehrenamtliche Helfer waren am Samstag gemeinsam mit Karl-Heinz Knüppel und Ingo Seifert-Rösing, Diplom-Biologe von der Stadt Gudensberg, am Werk. Mit dabei waren elf Jugendliche der Wohngruppe und des betreuten Jugendwohnens aus Gudensberg.

Hindernisse sind fort

Die jungen Helfer räumten die abgeschnittenen Äste zur Seite und türmten Reisighaufen am Waldrand auf, die zukünftig von Tieren zum Beispiel als Unterschlupf genutzt werden können, bis sie auf natürlichem Wege verrotten. So wurden nicht nur die Bäume gepflegt, sondern Hindernisse vom Wanderweg geräumt. • Ehrenamtsbörse: Die Mitglieder werben fürs Ehrenamt und sind selbst aktiv. Tel. 0 56 03/91 69 59 www.machmit-gudensberg.de

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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