„Natürlich in Arbeit“ ist ein neues Projekt, das Langzeitarbeitslosen helfen und Nachbarn ansprechen soll

Senioren ernten, was sie säen

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Kurze Verschnaufpause: (von links) Erich Almeroth, Uschi Steube, Rosalia Schenkel und Maria Kohlmeier im Nachbarschaftsgarten.

Homberg. Was aussieht wie ein größerer gepflegter Obst- und Gemüsegarten mitten im Wohngebiet am Buchenweg in Homberg, ist tatsächlich weit mehr als das. Es ist ein Ort, der 16 Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis neuen Antrieb gibt. Dahinter verbirgt sich das Projekt „Natürlich in Arbeit“ des Jobcenters und der Starthilfe.

Die Teilnehmer des auf maximal drei Jahre angelegten Projekts haben gleich mehrere Dinge gemeinsam: Sie sind seit Jahren auf der Suche nach Arbeit und sie sind über 50 Jahre.

Wollen etwas bewegen

Viele von ihnen haben die Hoffnung auf einen festen Arbeitsplatz längst aufgegeben. Und doch wollen sie nicht einfach nur zu Hause sitzen, sie wollen etwas bewegen. In dem Garten am Buchenweg haben sie bereits jede Menge bewegt. Denn aus eine Wiese haben sie 20 Parzellen geschaffen und auf denen sie ernten , was sie vor einigen Wochen säten. Seit Juni laufen die Arbeiten. Mangold, Tomaten und mehr gilt es nun zu ernten. Danach wird noch etwas Spinat und Feldsalat gesät und der restliche Garten Winterfest gemacht. „Es gibt immer etwas zu tun“, sagt Uschi Steube, die das Projekt sozialpädagogisch begleitet.

Nach jeder Ernte geht es an die Verwertung der Lebensmittel. „Wir kochen gemeinsam“, sagt sie. Begeistert davon sind Rosalia Schenkel aus Frielendorf und Maria Kohlmeier aus Homberg. Seit sechs Jahren sind die Frauen ohne Arbeit und freuen sich über die Aufgabe und die neuen Kollegen. „Das tut gut“, sagt Schenkel. So sieht es auch Erich Almeroth aus Felsberg. Der 61-jährige Schreiner ist seit zehn Jahren arbeitslos und nun im Nachbarschaftsgarten ein wichtiger Helfer. Der Garten hat längst die Neugier der Nachbarn geweckt. „Es gibt schon Anfragen, ob man bei uns mitmachen kann“, sagt Elke Junger, von der Starthilfe. Das sei nicht nur möglich, sondern erwünscht. Das Projekt soll dafür den Anstoß geben.

Unterstützung gibt es vom Starthilfe Ausbildungsverbund, dem Stadtentwicklungsverein und dem Programm Soziale Stadt. „Wir haben schon Spielplatz, Festplatz und Rodelbahn angelegt, erklärt Quartiersmanager Klaus Herz. Das Gelände stellt die Stadt Homberg. Dass das Projekt ein Erfolg ist, davon ist Elke Junger überzeugt: „Den Teilnehmern gibt es neue Motivation.“ Langzeitarbeitslose aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis können mitmachen, sagt Junger. Doch gebe es auch ein logistisches Problem: Die Busanbindung sei nicht gut, daher die Anfahrt eine Hürde. Daher finde das Projekt von 8 bis 13 Uhr statt, damit die Teilnehmer die Schulbusse nutzen können.

• Nachbarn, die eine Parzelle bearbeiten möchten, melden sich unter der Rufnummer 05681/99020.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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