Trotz Querelen

Seniorenheim in Guxhagen soll kommen

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Im vergangenen Jahr krachte es im Baunataler Gertrudenstift. Martin Mittelbach und Christian Beyer verließen überraschend die Geschäftsführung (HNA berichtete). Trotz der Querelen hält das Baunataler Sozialunternehmen an den Plänen, ein Altenheim in Guxhagen zu betreiben, fest.

Das bestätigten sowohl Bauunternehmer Frank Lengemann und Interimsgeschäftsführer des Gertrudenstifts Armin Raatz auf Anfrage. „Der Bau ist nach wie vor geplant“, sagt Raatz. Jedoch befinde man sich noch in einem recht frühen Stadium der Planungen. Frühestens im Jahr 2021 könne der Betrieb der Einrichtung starten. Wegen der strukturellen Veränderungen in der Geschäftsführung des Gertrudenstifts sei es zu Verzögerungen gekommen, teilt Frank Lengemann mit.

Armin Raatz, Interimsgeschäftsführer

Wie berichtet, soll das Seniorenwohnheim „Klosterblick“ am Fuldaberg in Guxhagen gebaut werden. Geplant sind etwa 75 vollstationäre Plätze. Auch betreute Wohnungen und eine Tagespflege soll das Konzept umfassen. Den Wohn- und Pflegestift will der Gertrudenstift in Kooperation mit dem ambulanten Pflegedienst Wagner/Graßhoff aus Guxhagen betreiben. Die Bauherrschaft wird Architekt und Investor Frank Lengemann übernehmen. In der direkten Nachbarschaft befindet sich die neue Kindertagesstätte, die ebenfalls vom Gertrudenstift betrieben wird.

Konzeptionell seien noch einige Entscheidungen zu treffen, sagt Raatz. In der Senioreneinrichtung in Baunatal habe man festgestellt, dass der Anteil derer, die mit hochgradiger Demenz vollstationär betreut werden müssen, steige. „Ambulante Dienste können das nicht leisten.“ Dementsprechend müsse die Einrichtung in Guxhagen darauf eingerichtet werden. „Hochgradig an Demenz Erkrankte benötigen eine spezielle Betreuung und Umgebung.“

Frank Lengemann, Bauunternehmer

Seit Anfang des Jahres seien die Stellen in der Geschäftsführung ausgeschrieben. „Es sind auch schon erste Bewerbungen eingegangen“, sagt Raatz. Geplant sei, die Posten in der Geschäftsführung im zweiten Quartal dieses Jahres wieder hauptamtlich zu besetzen. Warum es im Spätsommer vergangenen Jahres zur plötzlichen Kündigung der beiden Geschäftsführer kam, dazu gibt es mehrere Versionen.

Auslöser für den Eklat zwischen Geschäftsführung und Teilen des Beirats sei eine Debatte um eine Stellenbesetzung gewesen: die des Leiters im geplanten Altenpflegeheim in Guxhagen. Das sagte Gerhard Bernhardt, der bis Februar 2018 Mitglied im Beirat des Gertrudenstift-Vereins war, gegenüber der HNA im September vergangenen Jahres. Das bestätigte damals unter anderem auch Armin Raatz. Beyer und Mittelbach begründeten damals ihre Kündigung damit, dass es Differenzen hinsichtlich des Führungsverständnisses zwischen Beirat und Geschäftsführung gegeben habe. Von ihnen sei ein autoritärer Stil erwartet worden, den sie nicht ausführen wollten. 

Quelle: HNA

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