Sensation am Dörnberg -  Seltene Mittelmeer-Steinschmätzer gesichtet

Ein Irrgast in der Region: der Mittelmeer-Steinschmätzer, fotografiert von Jens Voß am Hohen Dörnberg. Foto:  Voß/nh

Zierenberg. Das ist eine ornithologische Sensation: Vogelkundler haben am Hohen Dörnberg einen Mittelmeer-Steinschmätzer beobachtet. Wie der Name schon verrät, ist das Tier im Mittelmeerraum heimisch.

Die Hobby-Vogelexperten Jens Voß und Anja Gieseler aus Kassel haben Oenanthe hispanica, so der wissenschaftliche Name des circa 15 Zentimeter großen Vogels, gegen 18 Uhr zwischen den Helfensteinen und dem Hohen Dörnberg gesichtet. Er flog vor allem zwischen Zaunpfählen hin und her. „Es war ein Männchen“, sagt Anja Gieseler. Bis zum Einbruch der Dunkelheit habe man den Irrgast gesehen, in der Nähe von zwei „normalen“ Steinschmätzern, die auch in Nordhessen brüten.

Und die Kunde verbreitete sich schnell in der gut vernetzten Expertenszene. Es eilten andere Ornithologen mit Feldstechern zum Dörnberg. Ostersamstag kamen Naturliebhaber sogar aus Südhessen angereist. Da war der Mittelmeer-Steinschmätzer aber bereits wieder verschwunden. Wohin, das ist nicht bekannt. Eine weitere Beobachtung des Vogels in der Region wurde bislang nicht gemeldet.

Wie es der Vogel an den Dörnberg geschafft hat, ist nicht klar. „Vermutlich hat er sich beim Vogelzug anderen Vögeln angeschlossen und ist dabei sehr weit nach Norden geflogen“, sagt Anja Gieseler.

Und das offene Gelände am Dörnberg kommt dem Steinschmätzer entgegen.

Der gerade neu aufgelegte Kosmos-Vogelführer ordnet jeder Vogelart für Deutschland eine Statusangabe zu. Der Mittelmeer-Steinschmätzer erhält ein A. Das steht für „Ausnahmeerscheinung, die nur sehr selten aus oft weit entfernten Gebieten (Asien, Nordamerika, Mittelmeerraum) nach Deutschland kommt.“ Aus Deutschland liegen nur eine Hand voll Meldungen vor.

Quelle: HNA

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