Neue Einzugsermächtigungen nötig

Sepa-Umstellung macht Vereinen viel Arbeit

Schwalm-Eder. Die 1377 Vereine im Schwalm-Eder-Kreis müssen derzeit ihr Lastschriftverfahren auf das neue europäische Sepa-Verfahren umstellen. Im schlimmsten Fall drohe Vereinen im kommenden Jahr zeitweise die Zahlungsunfähigkeit, sagt Achim Hinz, Vorstandsmitglied des Kreisjagdvereins.

Der Arbeitsaufwand für die Ehrenamtlichen im Landkreis sei immens, so Hinz weiter. Von den Mitgliedern müssten aktualisierte schriftliche Einzugsermächtigungen vorliegen, damit die Vereine ihre Mitgliedsbeiträge einziehen können. Andernfalls bleibt die Vereinskasse leer.

Mit Sepa wird zum 1. Februar 2014 ein einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum geschaffen. Bis dahin müssen bei den Vereinen die aktuellen Kontodaten wie Iban- und Bic-Nummern vorliegen. Um die Mitglieder zu informieren, reichten E-Mails und Aushänge nicht, sagt Hinz. „Wir sind auf die Mitgliedsbeiträge angewiesen“, erklärt er. In der Regel hätten kleinere Vereine keine Rücklagen, Kosten für Pachtbeiträge, Wartungskosten oder Umlagen an Dachverbände fielen aber dennoch an.

Achim Hinz

Die Vereine müssen unter anderem eine Gläubiger-ID beantragen und eine Inkassovereinbarung abschließen. Die Banken im Landkreis bieten den Vereinen Hilfe an. „Wir haben Informationsveranstaltungen und Checklisten für die Vereine“, sagt Marcus Breitschwerdt von der Kreissparkasse. Größere Vereine würden zudem meist computergestützt arbeiten. Die Programme würden das neue Sepa-Verfahren berücksichtigen. Komplikationen seien indes programmiert: So müssten zum Beispiel feste Abbuchungstermine genannt werden - auch für das erneute Einziehen nicht gedeckter Versuche.

Sepa ist Englisch und steht für Single Euro Payments Area, also einen Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Die Einreichung von Überweisungen und Lastschriften soll standardisiert werden. So soll der europäische Zahlungsverkehr schneller werden. Die Umstellung ist für Februar 2014 vorgesehen. Privatpersonen bekommen neue Kontonummern und müssen neue Einzugsermächtigungen erteilen. Für Deutschland bedeutet das laut von Marcus Breitschwerdt einen hohen Aufwand für alle Beteiligten. Der Nutzen sei dabei sehr gering. In Deutschland habe es ein solches System bereits gegeben, nicht aber im übergeordneten EU-Markt.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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