Autobauer kündigte Liefervertrag vorzeitig

160 Arbeitsplätze bei VW-Zulieferer in Gefahr

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Bad Emstal. Die Firma Sequatec in Bad Emstal ist in wirtschaftlich schwieriger Lage. 160 Mitarbeiter des langjährigen Lieferanten von Volkswagen befinden sich seit Anfang Juni in Kurzarbeit. Die Angst um den Verlust der Arbeitsplätze geht in der 6000-Einwohner-Gemeinde um.

Der Betrieb stellt Getriebekomponenten her. Annähernd die komplette Produktion ging bislang an VW, vorrangig in das Werk in Baunatal. Dort wurden die Teile zum Beispiel im modernen Doppelkupplungs-Getriebe verbaut.

Zur aktuellen Situation will die Geschäftsleitung der Sequatec GmbH nichts sagen, nur so viel: Man befinde sich noch in Verhandlungen mit VW. Fakt ist: Der Autobauer kündigte Ende Mai einen Vertrag mit dem Zulieferer, der 2012 geschlossen worden war und eine Zusammenarbeit bis Mai 2015 festschrieb mit der Lieferung von Komponenten für das Werk in Baunatal.

Vor wenigen Wochen nun die Wende in der Wolfsburger VW-Zentrale. Der geltende Vertrag wurde angefochten, die Zahlungen an die Bad Emstaler Firma eingestellt. Grund: die 2012 vereinbarten Preise für Produkte von Sequatec, die VW drücken will.

Darauf wollte sich der Zulieferer nicht einlassen. Er bestand auf die 2012 ausgehandelten Beträge und ging gerichtlich gegen den VW-Konzern vor, um die Einhaltung des Vertrages zu erstreiten und das Geld für die noch bis Mitte Juni gelieferten Teile einzufordern. Hier soll es sich um eine Summe von annähernd zwei Millionen Euro handeln. Der Rechtsstreit ist noch nicht entschieden.

„Zu dem laufenden Gerichtsverfahren äußern wir uns nicht“, sagte gestern Rudi Stassek, Sprecher von VW in Baunatal auf Anfrage. Zur Situation um Sequatec gab es keine Auskunft. Aus dem Umfeld des Baunataler Werkes ist aber zu hören, dass man an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Zulieferer interessiert ist.

Von Michael Schräer

Quelle: HNA

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