Dienstagabend im DGH

Infoabend in Wahlshausen: "Sexualstraftäter gehört nicht ins Dorf"

Angespannt, aber dennoch ruhig formulierten die Wahlshäuser ihre Sorgen und Fragen an Polizei und Justiz.

Wahlshausen. Deutlich angespannt, aber dennoch ruhig, besonnen und gut vorbereitet stellten knapp 200 Wahlshäuser die Informationsveranstaltung am Dienstagabend um den aus der forensischen Psychiatrie entlassenen Sexualstraftäter unter den Titel: Der Mann gehört nicht in ihr Dorf - und schon gar nicht in unmittelbare Nähe eines Spielplatzes.

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Es war ein Abend mit vielen Wahrheiten, aber keiner Lösung. Wie sicher sind die Kinder in Wahlshausen? Kann ein Sexualstraftäter in eine kleine Dorfgemeinschaft integriert werden? Diesen und vielen weiteren Fragen stellten sich im bis auf den letzten Platz gefüllten Dorfgemeinschaftshaus der Präsident des Landgerichts Marburg, Dr. Christoph Ullrich, Achim Kaiser, Leiter der Kripo in Homberg und Polizeisprecher Reinhard Giesa. Den Infoabend um den 46-jährigen Sexualstraftäter, der seit Juni in Wahlshausen lebt, moderierte Christian Wachter, Dekan des Kirchenkreises Ziegenhain.

Die Wahlshäuser zeichneten das Bild eines Dorfes mit einer intakten und überaus engagierten Gemeinschaft, das sich plötzlich im Ausnahmezustand befindet. „Unsere Kinder wollen einfach nicht mehr raus“, beschrieb eine Wahlshäuserin die Lage.

„Auch wir haben uns dieses Situation nicht ausgesucht“, erklärte Polizeisprecher Reinhard Giesa. Die Polizei habe auf die Wohnungssuche des Mannes keinen Einfluss gehabt. Dennoch werde alles getan, um die Sicherheit zu gewährleisten. Innerhalb kürzester Zeit habe die Polizei 600 Einsatzstunden in diesen Fall investiert, sagte Kripochef Achim Kaiser.

„Wir als Justiz nehmen Ihre Sorgen ernst“, gab der Landgerichtspräsident den Wahlshäusern mit auf den Weg. Er stellte klar, dass in zwei gerichtlichen Instanzen entschieden worden sei, dass die Gefährlichkeit des Mannes nicht mehr so hoch sei wie zum Tatzeitpunkt.

Von Sylke Grede

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Quelle: HNA

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