Sexueller Missbrauch: Mann streitet alles ab

Sexueller Missbrauch: Mann streitet alles ab

Schwalm-Eder/Baunatal. Sechs Fälle von teilweise schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes werden einem 48-Jährigen vorgeworfen. Der Baunataler, der vor dem Fritzlarer Amtsgericht steht, streitet die Vorwürfe ab.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mit der Tochter seiner damaligen Ehefrau sexuellen Kontakt bis hin zum Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Zum Zeitpunkt, als die erste Tat geschehen sein soll, war das Mädchen erst neun Jahre alt.

aktualisiert um 15.35 Uhr

Der Mann soll das Mädchen in den Jahren 1997 bis 2001 in Baunatal und in einer Gemeinde im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis missbraucht haben. Vor dem Fritzlarer Amtsgericht trat das mutmaßliche Opfer als Zeugin auf. Während ihrer Aussage wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Wichtigster Zeuge war ein Sachverständiger, der die Glaubwürdigkeit der Frau, die heute 22 Jahre alt ist, prüfen sollte.

Er legte sich in seinem Gutachten jedoch nicht zweifelsfrei fest, bezeichnete jedoch die Qualität der Aussage der Frau über den ersten Vorfall als Mittel. In den anderen fünf Fällen seien sie qualitativ schlechter gewesen.

Eine erste Hauptverhandlung war im vergangenen Jahr unterbrochen worden, um dieses Gutachten einzuholen. Damals hatte es im Verfahren Diskrepanzen zwischen den Aussagen der jungen Frau vor Gericht und denen bei der Polizei gegeben, vor allem was Tatzeiten und Anzahl der Vorfälle angeht.

Nach fast einjähriger Pause musste das Verfahren neu aufgerollt werden, die Zeugen mussten erneut aussagen. Dazu gehörten Verwandte und Bekannte der 22-Jährigen, darunter auch ihre Mutter. Sie berichtete, dass ihre Tochter sich schließlich ihr gegenüber geöffnet und von den Taten erzählt habe.

Erst 2008 hatte die Frau den mutmaßlichen Täter angezeigt. Auf Antrag der Verteidigerin sollen nun noch weitere Zeugen gehört werden. Der Prozess wird am Montag, 11. April, 14 Uhr, forgesetzt. (zam)

Quelle: HNA

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