Landwirt Jörg Waßmuth fordert konsequente Kontrollen der Futtermittelhersteller

Sicher ist nur das eigene Getreide

Gut 1000 Schweine hat Vollerwerbslandwirt Jörg Waßmuth in seinem Stall in Niederelsungen. In drei Alterstufen werden sie bis zur Schlachtreife gemästet. Die älteste Gruppe hat noch gut drei Wochen, bis sie abgeholt wird. Zeit, die bares Geld wert sein kann: „Deswegen habe ich die Hoffnung, aus dem ersten Preis-Chaos rauszukommen, sagt der 46-jährige Agrar-Ingenieur.

Leichte Ängste habe er schon verspürt als bekannt wurde, dass Dioxin in niedersächsischem Schweinefleisch nachgewiesen wurde. Er habe dann erstmal die Deklaration seines Zusatzfutters genau unter die Lupe genommen. Vom Hersteller des sogenannten Ergänzers habe er schriftlich eine Versicherung erhalten, dass man keinerlei Verbindung zu den Verursachern des Dioxin-Skandals in Schleswig-Holstein habe.

Ganz sicher, weiß der Landwirt, könne er aber nur beim selbst angebauten Getreide sein, das er an seine Tiere verfüttert. Beim Rest „muss ich mich auf die Deklaration des Herstellers verlassen.“

Der Einblick fehlt

Es gibt aber noch einen weiteren Unsicherheitsfaktor. Waßmuth ist Mäster, kein Züchter. „Meine Ferkel kommen aus Sachsen-Anhalt. Was die da gefressen haben, da habe ich keinen Einblick.“

Ein besseres Gefühl hätte er, wenn es konsequente Kontrollen in den Futtermittelbetrieben gäbe. Da sieht er noch Nachholbedarf und kritisiert: „Die Politiker haben viel gesagt, aber nichts geschafft.“

Jörg Waßmuth, der sich mit seiner Familie selbstverständlich Schweinefleisch aus eigener Produktion schmecken lässt, ist zuversichtlich: „Ich glaube nicht, dass das jetzt alles im Chaos endet, sondern dass sich das System fängt und der Fleischmarkt sich wieder stabilisiert.“

Wichtig sei, dass „die schwarzen Schafe, diese Ganoven in den Fabriken, die für den Schlamassel verantwortlich sind, herausgepickt werden“. (nom)

Quelle: HNA

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