Sicher schenken - Polizei warnt vor Betrügern im Internet

Vorsicht vor bösen Überraschungen: Beim Kauf von Weihnachtsgeschenken im Internet sollte man Regeln beachten. Foto: nh

Wolfhager Land. Das größte Kaufhaus der Welt ist das Internet. Es ist rund um die Uhr geöffnet, hat ein internationales Angebot und in seinen Gängen gibt es nicht einmal zu Weihnachten Gedränge.

Doch: „Wer seine Weihnachtseinkäufe im Internet besorgt, sollte den Menschenverstand walten lassen“, warnt Wolfgang Jungnitsch vom Polizeipräsidium Kassel. „Der billigste Preis ist nicht immer der sicherste.“ Fast die Hälfte von Waren- oder Warenkreditbetrugs wurden im vergangenen Jahr von den Tätern im Internet begangen. „491 Fälle haben wir im Landkreis Kassel verzeichnet“, sagt Jungnitsch. „Die Betrugszahlen bewegen sich auf einem relativ gleichbleibendem Niveau.“ In 2009 gab es 488 Fälle, in 2008 waren es 444.

Breites Spektrum

Die Formen der Internetkriminalität umfassen ein breites Spektrum, doch den Löwenanteil machen Betrügereien mit Warenbestellungen im Internet aus. Und weiter: „Man sollte prüfen, ob ein Anbieter auch vertrauenswürdig ist.“ Früher habe der Grundsatz „Erst die Ware, dann das Geld“ gegolten, doch der sei in Zeiten des Internethandels oft überholt.

Dabei kann, wer in Onlineläden bummelt, nichts anfassen oder anprobieren. Er muss sich anhand von Bildern entscheiden. Im besten Fall beschreibt ein Text die Ware noch. „Unbedarftheit, Unvorsichtigkeit und Gutgläubigkeit der Internetnutzer werden skrupellos ausgenutzt. Umso schlimmer, wenn noch die Gier nach dem vermeintlichen Schnäppchen geweckt wird“, so der Sprecher. Wenn ein Artikel weit unter dem üblichen Marktpreis angeboten werde sei Vorsicht geboten, so Jungnitsch. „Da ist mit Sicherheit ein Haken dran.“ Entweder bekomme der Kunde dann Hehlerware oder gar nichts.

Man sollte mit offenen Augen auf Shopping-Tour im Netz gehen: Das rät auch die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Die meisten Onlinehändler bieten ihren Kunden erstklassige Sicherheitsstandards und tollen Service beim gesamten Kaufablauf, lautet ihr Fazit. Doch gebe es auch viele schwarze Schafe: „Jeder kann sich vor Warenbetrug im Internet schützen und dadurch einen finanziellen Schaden vermeiden“, sagt Prof. Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention. „Auch beim Einkaufen im Internet sollten allgemeine Sicherheitsempfehlungen immer beachtet werden, denn ein gesundes Misstrauen schützt.“

15 Prozent Wachstum

In diesem Jahr werde ein Wachstum von 15 Prozent beim Internethandel erwartet. Onlinekäufer sollten grundsätzlich abwägen, wo sie welche Daten preisgeben.  

Quelle: HNA

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