Sichere Radwege fehlen im Landkreis: Viele Kommunen haben kein Geld für Ausbau 

Schwalm-Eder. Radfahrer im Schwalm-Eder-Kreis haben es schwer: „Die Infrastruktur ist ziemlich lückenhaft", bemängelt der ehrenamtliche Radwegebeauftragte des Landkreises, Ullrich Horstmann. „Es gibt noch viel zu tun."

Vor allem beim Alltags-Radverkehr gebe es Verbesserungsbedarf: „Wer mit dem Rad zur Schule oder zur Arbeit fahren will, muss häufig viel befahrene Hauptverkehrsstraßen nutzen, weil es keinen durchgehenden Radweg gibt.“

Dass viele Städte und Gemeinden mittlerweile einen eigenen Radwegebeauftragten haben, ändere an der Situation wenig, sagt Horstmann. „Es gibt in den Kommunen zwar oft die Einsicht, dass etwas für Radfahrer getan werden muss - aber das Geld fehlt.“

Denn Radwege sind eine freiwillige Aufgabe der Kommunen: „Die fallen bei Geldnot als erstes hinten runter“, erklärt Horstmann. Während beispielsweise in Melsungen und Gudensberg schon viel für Radfahrer getan werde, seien kleinere Kommunen wie Gilserberg und Oberaula wegen des fehlenden Geldes so gut wie handlungsunfähig.

„Ohne Förderung vom Land Hessen geht bei den meisten Kommunen nichts“, sagt Horstmann. Das Land zahlt aber nur für Landesfernradwege, wie zum Beispiel den Fuldaradweg. Und da liegt die Bagatellgrenze bei 100.000 Euro - so viel muss insgesamt investiert werden, damit das Land einen Zuschuss gewährt. Maximal ist dann eine Förderung von 80 Prozent möglich. Bei einer Investition von 100.000 Euro müsste die Kommune dann also noch 20.000 Euro selbst zahlen. Doch auch diese Summe sei für kleinere Gemeinden kaum zu stemmen, sagt Horstmann.

Trotzdem nehme der Radverkehr auch im Landkreis zu. „Die Leute würden gern noch mehr mit dem Rad fahren“, ist Horstmann überzeugt, „aber an vielen Stellen trauen sie sich nicht, weil es zu unsicher ist.“

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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