Sicherheit bleibt auf Strecke

Planungen von Hessen Mobil verärgern Jesberger

Setzen sich für den Radweg ein: Anwohner aus Jesberg und Bad Zwesten forderten bereits im vergangenen Jahr erneut den Lückenschluss des Weges. Vorn von links, Niclas Aue und Jona Hildebrandt, dahinter Mitstreiter. Archivfoto: Thiery

Jesberg/Bad Zwesten. Jetzt reicht es Günter Schlemmer endgültig, er ist stinksauer: Erneut hat Jesberg bei den Wege- und Straßenplanungen von Hessen Mobil das Nachsehen.

Denn weder für den Lückenschluss des Radweges zwischen Jesberg und Oberurff, noch für die Erneuerung der Landesstraße zwischen Jesberg und Hundshausen wird es in diesem Jahr Geld geben. Dabei wartet man in Jesberg schon seit fast 20 Jahren darauf, dass sich endlich etwas bewegt.

„Mich besorgt und verärgert diese Entscheidung“, sagt Schlemmer im HNA-Gespräch. Immer wieder laute die Antwort von Hessen Mobil, dass es dringlichere Projekte gebe. Für diese Hinhaltetaktik fehlt dem Bürgermeister schon lange das Verständnis. „Wir würden gerne mal erfahren, an welcher Stelle der Prioritätenliste wir stehen“, sagt er.

Es sei zwar gut, dass in anderen Städten und Gemeinden investiert werde, doch könne es nicht sein, dass Jesberg wieder auf der Strecke bleibe. „Wir stehen da wie die Deppen. Das ist eine Frechheit.“

Bei aller Kritik wolle er aber auch fair bleiben, betont Schlemmer. Er wisse, dass es landesweit einen riesigen Bedarf gebe, doch bei allem Verständnis müsse das Land endlich die uralten Projekte angehen und Altlasten abarbeiten.

Bereits 1996 haben die Jesberger den ersten Antrag für den Lückenschluss des Radweges gestellt. Dabei geht es um eine Strecke von zwei Kilometern. „Bis heute ist nichts passiert“, sagt Schlemmer.

Dabei sei der Radweg nicht nur aus touristischer Sicht extrem wichtig für Jesberg und Bad Zwesten. „Viele Schüler fahren mit dem Rad zur Schule nach Oberurff. Statt auf einem sicheren Radweg, seien sie auf der Bundesstraße 3 unterwegs. „Das ist der kürzeste Weg, aber bei bis zu 10 000 Fahrzeugen täglich, ist das auch die gefährlichste Strecke“, sagt Schlemmer. Zum Glück sei noch kein schwerer Unfall passiert. Doch sei es eine ständige Gefahrenquelle. Dabei seien zwei Kilometer nicht die Welt. Sogar das Gelände stehe zur Verfügung - seit Jahren. „Es gibt keine Hindernisse. Es muss endlich Baurecht geschaffen werden“, fordert er. Schlemmer erwartet nun, dass der Radweg und auch die Fahrbahn zwischen Jesberg und Hundshausen 2016 an der Reihe sind. Nicht nur er und sein Amtskollege Michael Köhler, sondern auch die Menschen in Jesberg und Bad Zwesten seien frustriert ob der Planungen.

Es sei gefährlich, auf der Strecke zwischen Jesberg und Hundshausen zu fahren, erklärt Schlemmer. Es gebe erhebliche Schäden: Schlaglöcher, abgebrochene Straßenränder. Darüber hinaus könne die Wasserführung nicht mehr gewährleistet werden, was vor allem im Winter zu Problemen führe. Doch auch bei der Sanierung der Straße werde man seit 20 Jahren vertröstet. „Es ist der Geburtstag der Vertröstungen. Das ist bitter“, so Schlemmer weiter.

Derzeit sei auf der Strecke Tempo 60 erlaubt, wahrscheinlich dürfe man dort künftig nur noch 30 Stundenkilometer fahren - aus Sicherheitsgründen, befürchtet Schlemmer.

„Auf der Landesstraße muss Verkehrssicherheit herrschen. Das ist die oberste Pflicht des Landes“, betont Schlemmer.

Quelle: HNA

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