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Familie aus Fritzlar hofft auf ein Wunder: Mutter unheilbar an Krebs erkrankt

Besuch mit Ausnahmegenehmigung: Zenab Knaan (von links) und ihre Kinder Adam, Sidra und Harun. Vorn Ehemann Ziad. Die Mutter der Familie aus Fritzlar ist an Krebs erkrankt.
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Besuch mit Ausnahmegenehmigung: Zenab Knaan (von links) und ihre Kinder Adam, Sidra und Harun. Vorn Ehemann Ziad. Die Mutter der Familie aus Fritzlar ist an Krebs erkrankt.

Eine Mutter aus Fritzlar ist unheilbar an Krebs erkrankt. Ihr Mann und die drei Kinder sind nun auf sich allein gestellt und hoffen auf Unterstützung.

Fritzlar – „Ich habe sehr viel geweint“, sagt Ziad Knaan. Die vergangenen Monate waren schwer für seine Familie. Seine Frau Zenab (34) ist an Krebs erkrankt, sie wird in einem Kasseler Krankenhaus behandelt. „Die Ärzte sagen, dass sie unheilbar krank ist“, sagt der gebürtige Syrer, der mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet ist.

Nun braucht sie dringend Unterstützung. Knaan hofft deshalb, dass seine jüngere Schwester aus der Türkei einreisen kann. „Sie würde unserer Familie gern helfen, aber sie bekommt kein Visum“, sagt Knaan, der mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern Adam (4), Harun (6) und Sidra (9) in Fritzlar lebt.

Fritzlar: Dreifache Mutter erkrankt an Krebs - Familien-Vater hofft auf Unterstützung

Familie Knaan stammt aus der syrischen Stadt Latakia. Doch der Bürgerkrieg zwang die Familie zur Flucht. „Zwei Jahre lang lebten wir in der Türkei“, sagt Knaan. Weil sie dort aber keine Perspektive für sich sah, machte sich die Familie auf den Weg nach Deutschland – die Schwester blieb in der Türkei.

Ziad Knaan besuchte einen Sprachkurs und fand auch Arbeit. Eigentlich gute Voraussetzungen für ein glückliches Leben, doch dann kam alles anders. „Vor zwei Jahren wurde bei meiner Frau Brustkrebs diagnostiziert“, sagt der 35-Jährige. Acht Chemotherapien und eine Operation brauchte es, bis Zenab Knaan den Krebs besiegen konnte – vorerst. Ziad Knaan erinnert sich gut an die Tage, die auf den 26. November 2021 folgten. „Meine Frau hatte sehr starke Kopfschmerzen.“

Tabletten halfen nicht, also machte sich das Paar am nächsten Tag auf den Weg ins Fritzlarer Hospital. Doch dort sei seine Frau abgewiesen worden – es gab keine freien Betten.

Frau aus Fritzlar unheilbar an Krebs erkrankt - „Sie hat mich teilweise nicht mal mehr erkannt“

Beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Kassel habe man Zenab Knaan dazu geraten, weiter Tabletten gegen den Schmerz zu nehmen – das Paar fuhr nach Hause.

Am folgenden Tag habe Ziad Knaan seine Frau weinend vor Schmerzen auf dem Sofa vorgefunden. „Als sie aufstehen und aus dem Zimmer gehen wollte, ist sie zusammengebrochen.“ Er habe sofort einen Rettungswagen gerufen, der seine Frau ins Krankenhaus nach Kassel brachte. Dort stellten die Ärzte fest, dass in Zenab Knaans Kopf ein Tumor wuchs. Doch trotz Operation – die Schmerzen blieben und ihr Zustand wurde zunehmend schlechter. „Sie hat mich teilweise nicht einmal mehr erkannt.“ Nach weiteren Untersuchungen stand fest: Es hatten sich auch Metastasen gebildet. „Die Ärzte sagten mir, dass sie Zenab nicht heilen können“, sagt Ziad Knaan.

Mutter an Krebs erkrankt: Familie aus Fritzlar bekommt Hilfe aus Verwandtschaft und Nachbarschaft

In dieser Zeit sei er kaum von der Seite seiner Frau gewichen. „Ich habe viel Unterstützung bekommen, für die ich sehr dankbar bin“, sagt der Familienvater. So hätten Verwandte in Castrop-Rauxel seine Kinder eine Zeitlang betreut und auch eine syrische Familie aus dem Fritzlarer Nachbarhaus habe sich immer wieder um die Kinder gekümmert.

„Ich hoffe sehr, dass meine Frau nochmal nach Hause kommen und unsere Kinder dort sehen kann“, wünscht sich der 35-Jährige. „Letzte Woche konnte Zenab sogar ein paar Schritte allein gehen, sie war so glücklich.“ Doch dann verschlechterte sich der Zustand erneut.

Familien-Vater aus Fritzlar bekommt Freistellung wegen Krebs-Erkrankung seiner Frau - „Bin sehr dankbar“

Normalerweise ist für Ziad Knaan jeden Morgen um sechs Uhr Schichtbeginn, doch das sei zurzeit unmöglich. Er arbeitet bei Rudolph Logistik in Gudensberg. Wenn er pünktlich an der Arbeit sein will, schafft er es nicht, sich morgens um seine Kinder kümmern. Und auch am Mittag, wenn Schule und Kita vorbei sind, könne er so nicht für die drei da sein. Der Betrieb unterstütze Knaan. „Ich bin meinem Betriebsleiter sehr dankbar“, sagt er. Der habe ihm die Freistellung und damit große Unterstützung angeboten, damit er sich um seine Kinder kümmern kann.

Den Verdienstausfall bekomme er von der AOK erstattet. Das leistet die Krankenkasse laut Schreiben aber maximal zwei Monate: Eine kurzfristige Entlastung, aber keine dauerhafte Lösung. Seine letzte Hoffnung ist jetzt die Einreise der Schwester aus der Türkei. (Daniel Seeger)

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