Sie hilft den Rettern 

Sie organisiert das Kasseler Symposium

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Die Rettung wird geübt: Susanne Grossmann organisiert das jährlich stattfindende Kasseler Symposium mit realistischen Einsatz-Szenarien, bei denen Ärzte die Praxis üben können. 

Melsungen. Susanne Grossmann plant seit 15 Jahren das Kasseler Symposium, das junge Mediziner sich auf den Notfall vorbereitet. 

Einmal im Jahr hat Susanne Grossmann bei ihrer Arbeit Gänsehaut. Wenn sie sieht, wie realistisch die Dinge sind, die sie organisiert hat. Die 38-jährige Bürokommunikationskauffrau plant für B. Braun das jährlich stattfindende Kasseler Symposium – eine dreitägige Veranstaltung, bei der der Melsunger Medizintechnikhersteller junge Ärzte einlädt, Notfalleinsätze üben, unter möglichst realistischen Bedingungen.

Susanne Grossmann ist die Assistentin von Holger Schachtrupp, dem Leiter der Abteilung medizinische Wissenschaft. Ihr Büro befindet sich in der ehemaligen Chefarztwohnung im Melsunger B. Braun-Werk Stadtwaldpark – ein repräsentatives Gebäude mit hohen Räumen und Kronleuchtern an den Decken. Dort plant sie die Tage ihres Chefs, organisiert seine Reisen und Termine, bucht Flüge und Hotelzimmer und sucht Konferenzräume. Seit September 2017 werden in ihrer Abteilung viele Konferenzen per Skype abgehalten, also Videokonferenzen via Internet. „Das spart Zeit und Geld“, sagt Susanne Grossmann.

Bei ihrer Arbeit kommt ihr eine Charaktereigenschaft besonders zugute: Sie ist ein gut strukturierter Mensch. Denn ihre Arbeit besteht aus Planen, Organisieren und Vorbereiten. Das Kasseler Symposium organisiert sie mit einer Kollegin, darauf legt Susanne Grossmann Wert. Und doch hat sie die meiste Erfahrung.

Seit 15 Jahren ist Susanne Grossmann für das Symposium zuständig und gestaltet Simulations-Szenarien so realistisch wie möglich. Zum Beispiel einen Unfall, bei dem ein Traktorfahrer einen Radler beim Abbiegen übersehen hat. Oder ein Szenario mit mehreren Schwerstverletzten und unübersichtlicher Lage am Einsatzort.

Susanne Grossmann organisiert die Verletzten und die Rettungskräfte. Sie sorgt auch dafür, dass im Bahnhof Morschen ein Schockraum oder ein voll ausgestatteter OP-Raum eingerichtet ist: Skalpell, Tupfer, Infusionspumpen, Überwachungsmonitore, OP-Decken – alles liegt und steht an seinem Platz. In diesem Jahr wird sich vom 21. bis 23. Juni alles um das Thema „Polytrauma mit penetrierender Verletzung“ drehen, also ein Einsatz mit vielen Schwerverletzten.

Susanne Grossmann ist nicht nur Assistentin im Bereich Medical Scientific Affairs, sondern auch verheiratete Mutter einer kleinen Tochter. Sie arbeitet in Teilzeit bei B. Braun, täglich von 8.30 bis 14 Uhr. So kann sie ihre Tochter vor der Arbeit zur Kita in ihrem Wohnort Homberg bringen und nach der Arbeit wieder abholen. „Das klappt gut“, sagte sie und lacht.

Als berufstätige Mutter hat sie wenig Freizeit. Diese nutzt sie, um zuhause zu nähen: Turnbeutel, Pumphose, Kleidchen, sogar ein Einhorn – natürlich fürs Kind. Das ist für Susanne Grossmann der Ausgleich zur Arbeit, bei der sie manchmal auch Gänsehaut hat.

Quelle: HNA

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