Sieben auf einen Streich

Künstler starten mit Ausstellungseröffnung in zweiwöchiges Bildhauersymposium

Willkommen in der Schwalm: Beate Debus, Kristina Fiand, Daniela Schönemann, Tim Kregel, Bürgermeister Heinrich Vesper, Kurator Ernst Groß, Michael Henning und Raimund Göbner (von links). Es fehlt Klaus Hack. Foto: Rose

Willingshausen. Im Schlosspark Loshausen fliegen in den kommenden beiden Wochen die Späne. Sieben international anerkannte Künstler beschäftigen sich unter freiem Himmel mit dem Thema „Märchen und Mythen“ – beim dritten Bildhauersymposium im Kreis.

Es trägt den Titel „Einschlag“. Am Sonntag reisten die Künstler in der Schwalm an, am späten Nachmittag bauten sie binnen einer Stunde eine zeitgleich zum Symposium laufende Ausstellung in der Kunsthalle in Willingshausen auf. Jeder Künstler zeigt darin drei seiner Werke.

Kuratiert wird das Symposium von Holzbildhauer Ernst Groß aus Großropperhausen. „Das Wort Symposium kommt aus dem Griechischen und bedeutet geselliges Trinkgelage“, begrüßte er die Gäste mit einem Augenzwinkern. Die Idee zur Veranstaltung sei 2003 unter ganz nüchternen Gesichtspunkten entstanden, erklärte Groß. Damals habe er Maren Matthes, Intendantin des Kultursommers angesprochen, „weil wir der Meinung waren, dass das Programm an bildenden Künstlern vorbei geht“.

Sofort habe er grünes Licht für eine Konzeption bekommen. Und die sieht vor – wie schon in Lenderscheid (2005) und Melsungen (2007) – dass während des Künstlertreffens großformatige Skulpturen für Orte in der Region entstehen. Veranstalter sind die Gemeinde Willingshausen und der Kultursommer. Unterstützt wird das Projekt von Sponsoren wie Stiftungen, Versicherungen, Banken und Firmen.

Spannend sei vor allem der gruppendynamische Prozess: „Die Künstler kennen sich nicht. Dazu kommt, dass sie sich hier in die Karten schauen lassen und sich quasi einer Konkurrenzsituation aussetzen“, erklärte Groß. Besonders imposant sei das fast schon „abschreckende Materialangebot“ – monströse Eichenstämme aus dem Wald der Familie von Schwertzell.

Was aus den Stämmen entstehen wird, darüber haben sich die Künstler Gedanken gemacht. „Ich werde mich mit Hans im Glück oder einem bösen Rotkäppchen beschäftigen“, sagte Kristina Fiand. Klaus Hack ist noch unentschieden, Daniela Schönemann möchte aus zwei Stämmen ein Paar kreieren. Mit der Widersprüchlichkeit von Märchen beschäftigt sich Beate Debus.

Raimund Göbner verspricht Figuren, die mehr zu erzählen haben. Michael Henning arbeitet an einem kleinen Froschkönig: „Ich bin gerade Opa geworden.“ Tim Kregel freut sich auf die künstlerische Auseinandersetzung mit der Region.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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