Annemarie und Heinz Wicke aus Neuenbrunslar sind seit 60 Jahren verheiratet

An Silvester hat's gefunkt

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Jubelpaar: Annemarie und Heinz Wicke heute.

Neuenbrunslar . Heinz Wicke greift nach der Hand seiner Liebsten. Vorsichtig bewegt er ihren Arm auf und ab und streichelt dabei ihre von Falten überzogene rechte Hand. „Tut das weh, Annemarie?“, fragt er liebevoll. „Ein bisschen“, antwortet die 79-Jährige und lächelt ihren Mann an.

Die Übung mit dem Arm ist ein tägliches Ritual von Annemarie und Heinz Wicke aus Neuenbrunslar. „Den hat sich meine Frau bei einem Sturz gebrochen“, sagt der 84-Jährige. Seit der Gips ab ist, hilft er seiner Annemarie, den Arm zu trainieren. 60 Jahre gehen die beiden schon Seite an Seite durchs Leben. Am Mittwoch feiern sie ihre Diamantene Hochzeit. Ob es gerade gute oder schlechte Zeiten sind: „Mir ist das egal“, sagt Wicke.

Annemarie und Heinz Wicke bei ihrer Grünen Hochzeit.

Gefunkt hat es zwischen den beiden Silvester 1949. „Die Nacht werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, sagt Wicke. Eigentlich hatte er gar keine Lust von Brunslar auf den Silvesterball nach Felsberg zu fahren. Ein Freund hat Wicke dann dazu überredet. Ein Glücksfall, wie sich später zeigte. Auf dem Ball traf er zum ersten Mal seine Annemarie. Bis um fünf tanzten die beiden gemeinsam. „Sie war erst 16 Jahre und hatte Angst Zuhause geschimpft zu werden“, erinnert sich Wicke und schmunzelt bei der Erinnerung.

„Wir halten zusammen, egal, was kommt.“

Heinz Wicke

Besonders viel Ärger bekam die heute 79-Jährige aber nicht. „Als ich mich bei ihr Zuhause vorgestellt habe, gab es keine Probleme mehr“, sagt Wicke.

Seit der Silvesternacht sind Annemarie und Heinrich Wicke unzertrennlich. „Wir halten zusammen, egal, was kommt“, sagt der 84-Jährige mit fester Stimme. Obwohl er selbst erst vor kurzem an der Hüfte operiert wurde, tut er alles für seine an Demenz erkrankte Frau.

Für die Zeit in Krankenhaus und Reha hat er einen Pflegedienst organisiert, damit die 79-Jährige in ihrem selbst gebauten Haus in Neuenbrunslar bleiben konnten. Dreimal in der Woche hat der Pflegedienst Wicke zusammen mit seiner Frau in der Reha besucht.

Der Abschied von einander fiel dem Ehepaar jedes Mal aufs neue schwer: „Ohne Heinz gehe ich nicht heim“, waren stets Annemarie Wickes Worte.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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