Zu trocken: Situation beim Getreide dramatisch

Notreif: Die Ähren auf dem Gerstenfeld von Landwirt Ernst-Winfried Döhne aus Istha stehen auf extrem kurzen Halmen. Durch die Trockenheit kommen auch deutlich weniger Pflanzen auf einen Quadratmeter. Foto: Ricken

Wolfhager Land. Der Regen ist zu spät gekommen: Vor allem die Situation des Sommergetreides sei dramatisch, erklärt der Zierenberger Landwirt und Sprecher des Kreisbauernverbandes, Johannes Gerhold.

„Wir müssen in der Region mit Ernteeinbußen von mindestens 30 Prozent rechnen", so Johannes Gerhold. Bei einigen Getreidesorten, wie der Gerste, zeichne sich eine Notreife ab. „Auch beim Mais sieht es bitter aus.“

Betroffen von der anhaltenden Trockenheit im Frühling sei vor allem die Mitte Deutschlands gewesen, im Norden und Süden habe sich die Lage nicht derartig zugespitzt. Die aktuellen Regenfälle linderten zumindest die Situation der Futterbauern, die sich um die Versorgung ihres Viehs für den kommenden Winter sorgen. Es habe beim Bauernverband eine Fülle von Anfragen von Bauern gegeben, die fragten, ob sie die Pflanzen auf ihren stillgelegten Flächen als Futter nutzen dürften, berichtet Gerhold.

Anfrage bei EU 

Eine diesbezügliche Anfrage des Hessischen Bauernverbandes in Brüssel habe jedoch keinen Erfolg gehabt. Eine Ausnahme könne nicht für eine einzelne Region gegeben werden. Eins der Argumente ist der Schutz des Niederwildes, das sich in die stillgelegten Flächen zurückziehe.

„Wir hoffen jetzt, dass die Natur in den kommenden Wochen dafür sorgt, dass die Pflanzen aufholen können“, erklärt Landwirtin Regina Raude aus Altendorf. Der Milchviehbetrieb sei nun mal auf Grünfutter angewiesen. „Was sollen wir unseren Kühen denn sonst im Winter füttern?“

Die Misere auf den Feldern habe schon im Herbst vergangenen Jahres begonnen, als es vermehrt regnete, so Johannes Gerhold. „Viel Oberflächenwasser verhindert, dass die Pflanze ein tiefes Wurzelwerk entwickelt.“ Dies verschärfe das aktuelle Problem. Durch das fehlende Wurzelwerk hätten sich die Pflanzen während der Trockenheit noch schlechter versorgen können.

Quelle: HNA

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