Da sitzt jeder Handgriff

Sabine Holzhauer aus Melsungen montiert Dialysegeräte für den Weltmarkt

+
Bei ihr sitzt jeder Handgriff: Sabine Holzhauer gehört seit 24 Jahren zum Team der 180 Mitarbeiter, die im Werk W in den Pfieffewiesen Dialysegeräte für den Weltmarkt bauen. Rechts Fertigungsleiter Uwe Drolshagen.

Melsungen. Wenn Sabine Holzhauer für ihren Beruf eines braucht, dann ist das technisches Verständnis. Ohne das wäre die Melsungerin in ihrem Job tatsächlich ziemlich aufgeschmissen, denn sie ist eine von 180 Mitarbeitern, die bei B.Braun in der Fertigung der Dialysegeräte beschäftigt sind.

Gleich, in welcher Klinik auf der Welt man ein B.Braun-Dialysegerät entdeckt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sabine Holzhauer daran mitgearbeitet hat, ist relativ hoch. Denn sämtliche Dialysegeräte von B. Braun werden nur und ausschließlich im Werk W in den Melsunger Pfieffewiesen hergestellt.

Intelligente Maschinen

35.000 Quadratmeter ist die Fertigungsfläche groß, auf der Sabine Holzhauer und ihre Kollegen im Zwei-Schicht-Betrieb die Geräte aufbauen, die allesamt von einer „exzellenten Qualität“ sind, wie Fertigungsleiter Uwe Drolshagen betont.

An dieser Qualität habe sich im Laufe der Jahre nichts geändert, wohl aber am Stand der Technik und der Dauer der Produktion. Dauerte es früher noch 24 Tage, bis ein Dialysegerät aufgebaut und ausgeliefert werden konnte, so sind es heute gerade noch sieben Tage, bis eine solche hochtechnisierte Maschine das Werk verlässt. „Wir haben die Abläufe im Laufe der Zeit eben immer weiter optimiert“, sagt Uwe Drolshagen.

Sabine Holzhauer hat sich diesen Veränderungen in den vergangenen 24 Jahren immer angepasst. Solange arbeitet die gelernte Maschinenschlosserin bereits in der Fertigung.

Eigentlich hatte sie Kfz-Mechanikerin werden wollen, doch mit diesem damals doch sehr männlichen Berufswunsch war sie in den 80er-Jahren ihrer Zeit doch wohl noch ein bisschen voraus, Mädchen waren an der Hebebühne damals eine echte Seltenheit. Und auch, wenn in den technisch-zerspanenden Berufen noch heute überdurchschnittlich viele Männer arbeiten, ist Sabine Holzhauer doch längst nicht die einzige Frau in der Halle, in der Schritt für Schritt die Geräte entstehen, die Uwe Drolshagen als „hochintelligent“ bezeichnet.

Total flexibel

Der Job von Sabine Holzhauer besteht nicht nur aus wenigen Handgriffen. Ganz im Gegenteil: Alle vier Wochen wechseln die Mitarbeiter den Montageplatz. Damit kennen sie jeden Schritt und jede Schraube an den Maschinen, die das Leben von Menschen rund um den ganzen Globus retten. „Damit sind wir alle total flexibel“, sagt Sabine Holzhauer.

Sie weiß ihren Arbeitsplatz zu schätzen: Der biete einen hohen Stand der Technik, eine prima Atmosphäre, sei anspruchsvoll und noch dazu mit dem Familienleben vereinbar. Das klingt nach einer richtig guten Bilanz. „Es ist eben auch ein richtig guter Job“, sagt sie.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare