Sein Mut als Vorbild

Skulptur des Wolfhager Abenteurers Hans Staden auf Hospitalplatz enthüllt

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Künstlerin Karin Bohrmann-Roth aus Grebenstein, Bürgermeister Reinhard Schaake, Pfarrer Martin Jung, der in die Gestalt von Hans Staden schlüpfte, und der ehemalige Bürgermeister und treibende Kraft der Aktionsgemeinschaft Giselher Dietrich enthüllten die Skulptur des Entdeckers.

Wolfhagen. Das Wetter bei der Enthüllung der Hans-Staden-Skulptur war ein ganz anderes als damals, als Stadens Geschichte begann.

1550 sank das Schiff des Abenteurers im Sturm nahe der südbrasilianischen Küste, mit mehreren anderen Schiffbrüchigen rettete er sich ans Ufer.

Der Abenteurer zeigt sein Werk: Die Bronzefigur von Hans Staden wurde gestern auf dem Wolfhager Hospitalplatz enthüllt. Staden wird dort lebensgroß dargestellt, mit seinem Buch „Wahrhaftige Historia“ in der Hand. 

Trotz der Entführung durch Kannibalen und immer wieder herrschender Todesangst überlebte Staden und kehrte schlussendlichin seine hessische Heimat und nach Wolfhagen zurück. Knapp 500 Jahre später wurde nun auf dem neu gestalteten Hospitalplatz in Wolfhagen eine lebensgroße Statue von ihm enthüllt.

Sie steht in einem aus Porphyr angedeutetem Schiff, welches von einem kleinen Steinbrunnen aus bewässert wird. „Das Aussehen und die Bebauung des Platzes sind auf Grundlage von Ideen von Karin Bohrmann-Roth und mir entstanden“, sagt Wolfhagens ehemaliger Bürgermeister Giselher Dietrich, der im Aktionsbündnis, bestehend aus Regionalmuseum, Heimat- und Geschichtsverein, Hans-Staden-Stiftung und Lions-Club, eine tragende Rolle gespielt hat.

Skulptur beeindruckt

Die gut 80 Besucher bei der kleinen Eröffnungsfeier, die sich über typisch brasilianische Häppchen und Cocktails freuten, klatschten begeistert Beifall. Landrat Uwe Schmidt sagte beispielsweise in seinem Grußwort, er sei beeindruckt von der Skulptur. Er wies aber auch mit einem Lachen darauf hin, dass die Bronzefigur vermutlich länger im Keller des Rathauses gelegen habe als Staden zu Lebzeiten in Gefangenschaft der Kannibalen ausharren musste.

Statue lag ein Jahr im Keller

Tatsächlich war die viel gelobte Skulptur nach halbjähriger Arbeit von Künstlerin Karin Bohrmann-Roth aus Grebenstein bereits um Juni 2017 fertig und wurde wegen der andauernden Arbeiten am Hospitalplatz im Rathaus gelagert. Die Kosten der Figur in Höhe von 25 000 Euro seien laut Dietrich innerhalb von neun Monaten durch Spenden von Betrieben und Privatpersonen gedeckt gewesen.

Karin Bohrmann-Roth, Giselher Dietrich und Reinhard Schaake enthüllen die Statue.

Alle Redner von Uwe Schmidt, über Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) hin zu Pfarrer Martin Jung machten deutlich, dass man von Stadens Mut, Fantasie und Neugier nur lernen könne. Pfarrer Jung schlüpfte für die Veranstaltung in die Rolle von Hans Staden.

Er hofft ebenso wie Bürgermeister Schaake darauf, dass „sich noch junge Männer finden, die für Stadtführungen entlang eines Hans-Staden-Pfades in dessen Rolle schlüpfen“. Auch eine Umbenennung des Hospitalplatzes in Hans-Staden-Platz steht im Raum.

Wolfgang Schiffner vom Regionalmuseum Wolfhager Land freut sich besonders, dass die Figur nun auf ihrem Platz steht: „Jetzt bist du endlich da und für alle sichtbar. Jetzt zeigst du stolz deinen Reisebericht aus Brasilien.“

Quelle: HNA

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