Skulpturen als Setzlinge

Bildhauersymposium: Mehr als 400 Menschen kamen in den Schlosspark

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Applaus für Kunst und Musik: Viele Gäste strömten am Sonntag in den Schlosspark Loshausen, um sich von Maren Matthes – oben im Gespräch mit Künstler Raimund Göbner – die Holzskulpturen erläutern zu lassen. Dazu spielten die Magic Acoustic Guitars.

Loshausen. Außergewöhnliche Skulpturen, aufgeschlossene Künstler, tolle Musik, selbst gebackener Kuchen und nicht zuletzt herrliches Wetter – das waren die Zutaten beim Abschlussfest des Bildhauersymposiums am Sonntagnachmittag im Schlosspark Loshausen.

Mehr als 400 Menschen strömten ins Freiluft-Atelier, um zu sehen, was unter den Händen von sieben Künstlern entstanden war.

Zu bestaunen gab es Figürliches und Abstraktes, Massives und Filigranes, Urtümliches und Elegantes – den Rundgang leitete Maren Matthes, Intendantin des Kultursommers Nordhessen. Leichtfüßige, handwerklich hervorragende Musik kam von den Magic Acoustic Guitars.

Zwei Wochen lang hatten die Künstler aus ganz Deutschland mit Kettensäge, Werkzeugen und schlussendlich mit Farbe und Pinsel im Freien gearbeitet: an 200 Jahre alten Eichenstämmen. „Es war spürbar, wie auch bei den Besuchern die Begeisterung gewachsen ist“, sagte Bürgermeister Heinrich Vesper. Denke er an de Abende, komme ihm Thielmanns Karikatur eines geselligen Beisammenseins der Maler in den Sinn.

Vieldeutiger Traum

Künstlerin Tine Fiand machte deutlich, wie viel Vorbereitung für das Symposium nötig war. Ihr Mann und Kurator Ernst Groß sei vor drei Tagen aufgewacht und habe geträumt, dass er unter Wehen einen Eichenbalken auf die Welt gebracht habe. „Er hat das Kind angeschaut und festgestellt, dass es einen eckigen Kopf hat – aber wir lieben es trotzdem“, sagte sie mit einem Augenzwinkern. Die Gruppe – die Hälfte der Künstler kam aus dem Osten, die andere Hälfte aus dem Westen – habe sich gegenseitig sehr bereichert. „Dem Himmel sei dank, es war keine hysterische Künstlerpersönlichkeit dabei.“

Gefühl einer Klassenreise

Spannend sei die direkte Konkurrenzsituation gewesen. Aber eben auch, wie unterschiedlich Kollegen arbeiteten, erklärte Fiand: „Manche haben sich ein Modell gemacht und jedes Detail gemessen, andere haben oben am Baumstamm angefangen – und sich runter geknabbert.“ Ein bisschen habe sie das Gefühl gehabt, sie sei auf einer Klassenreise gewesen. Und dass man im Osten sagt „du gehst mir auf die Ketten“ habe sehr gut zum Bildhauersymposium gepasst. Gern denke sie an das Picknick, an den Besuch in der Gürren Stubb, an die Einladung bei von Schwertzells und die mobile Espresso-Bar von Künstlerkollege Raimund Göbner zurück.

Fotos der Ausstellung:

Bildhauersymposium: Mehr als 400 Menschen kamen in den Schlosspark

Ihr käme der Park wie ein Garten vor, in den die Künstler Pflänzchen gesetzt hätten. Aus den zarten Pflänzchen sind stattliche Gewächse geworden. Alle Holzskulpturen werden in der Region bleiben. Die Menschen dürfen also gespannt sein, wo sie die Kunstwerke entdecken.

Auch die gärtnernden Kunstschaffenden sind in Loshausen zusammen gewachsen: „Wir überlegen, ob wir als Gruppe weitere Ausstellungen machen“, erklärte Tine Fiand.

Quelle: HNA

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