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So hilft die Stadt Felsberg den geflüchteten Ukrainern

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Koordinieren die Unterbringung der Geflüchteten in Felsberg: von links Jana Kelsch, Dennis Möller und Andrea Grenzebach.
Koordinieren die Unterbringung der Geflüchteten in Felsberg: von links Jana Kelsch, Dennis Möller und Andrea Grenzebach. © William Abu El-Qumssan

Im Ratskeller in Felsberg sind 16 Menschen aus der Ukraine untergebracht. Den Geflüchteten soll das Ankommen möglichst leicht gemacht werden. Integration ist aber nicht das oberste Ziel.

Felsberg – Im ehemaligen Ratskeller in Felsberg sind seit Anfang Mai 16 Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Für die Mitarbeiter der Stadt Felsberg ist der Umgang mit den Menschen ein Balance-Akt, der viel Fingerspitzengefühl verlangt.

Es geht darum, eine Mitte dazwischen zu finden, die Menschen an die Hand zu nehmen und sie aber auch in Ruhe ankommen zu lassen, erklärt Dennis Möller von der Stadt Felsberg. Er koordiniert die Unterbringung der vor dem Krieg in der Ukraine geflüchteten Menschen. Mit in dieser Projektgruppe der Stadt sind auch Jana Kelsch und Andrea Grenzebach.

Felsberg: Ukrainer sprechen wenig über Krieg

Kelsch spricht russisch, und steht daher im engen Kontakt mit den Ukrainern. Die Resonanz bislang: „Sie sind dankbar und sehr gerne hier.“ Über den Krieg selbst werde auch unter den Geflüchteten so gut wie gar nicht gesprochen. „Ich denke, das machen die meisten mit sich selbst aus“, sagt Kelsch. „Die Menschen sind noch dabei, zur Ruhe zu kommen.“

Um die neue Umgebung etwas besser kennenzulernen, gab es für die Geflüchteten eine Stadtführung. Außerdem finden regelmäßig Spaziergänge statt. Eine wichtige Anlaufstelle für die Geflüchteten ist der Kleiderschrank – ein Second-Hand-Laden – bei dem sie sich kostenlos mit Kleidung eindecken können.

Gemeinsame Treffen mit Ehrenamtlichen im Mehrgenerationenhaus helfen den Ukrainern, die Angebote der Stadt nach und nach kennenzulernen. „Natürlich wollen wir die Geflüchteten gut informieren, aber auch nicht mit zu viel Neuem überfrachten“, sagt Kelsch. Über allem stehe der Wunsch nach einem normalen Alltag, wie sich selbst ums Essen kümmern. Die Menschen in der Unterbringung haben in ihrer Zeit in Felsberg ein Gruppengefühl entwickelt und kommen gut miteinander aus, berichtet Kelsch weiter.

Felsberg: Ukrainer sollen selbst über Zukunft entscheiden

„Eine Integration der Menschen ist aber nicht das Primärziel unserer Arbeit“, sagt Möller. „Wir gehen ja erstmal davon aus, dass die Geflüchteten irgendwann wieder in ihre Heimat zurück wollen.“ Daher handele es sich viel mehr um Hilfe zur Selbsthilfe während ihres Aufenthalts auf unbestimmte Zeit.

Wichtig ist gewesen, dass die Räume im Ratskeller vor dem Bezug komplett eingerichtet und ausgestattet waren, sagt Andrea Grenzebach. Für 20 Menschen ist in den neun Schlafräumen der ehemaligen Pension Platz. Der Gastraum ist zum Gemeinschaftsraum umfunktioniert worden, dazu gehört auch eine Spielecke für Kinder. Laut Möller sind aktuell drei Kinder im Ratskeller untergebracht.

Die Einrichtung der Räume ist durch Privatspenden zusammengekommen, sagt Grenzebach. „Wir danken den Felsbergern für ihr Engagement.“ (William Abu El-Qumssan)

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