Homberger Schuhtechniker

So läuft's - mit der richtigen Einlage zu mehr Leistung im Sport

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Noppen für den Halt im (Schlitt-) Schuh und weicher Vlies für den Komfort: Orthopädie-Schuhtechniker Martin Backhaus (links) und Geschäftsführer Markus Schott präsentieren die noch nicht fertigen Einlagen für die Kassel Huskies.

Der Auftrag ist klar: Leicht, flexibel und unterstützend müssen die Einlagen für die Schlittschuhe der Kassel Huskies sein. Anfertigen wird sie die Schott Orthopädie-Schuhtechnik aus Homberg. Die Experten versorgen auch Spieler der MT Melsungen und des KSV Hessen Kassel. 

Markus Schott und sein Team setzen auf Technik, um noch mehr Leistung auf dem Eis möglich zu machen. Wie das gehen soll, erklärt Karsten Weber vom Schott- und MyVale-Team. „Wir haben bei jedem Spieler den Fuß digital gemessen und fertigen derzeit individuelle Einlagen an.“ Dafür gingen die Sportler bei einer Messung Anfang September mehrfach über eine digitale Fußmessplatte, die die Verteilung des Gewichts und die Belastung auf den Fuß erfasst.

Aus den Ergebnissen werden die auf den jeweiligen Spieler zugeschnittenen Einlagen hergestellt, die nicht nur mögliche Defizite ausgleichen, sondern auch die Kraftübertragung auf die Kufen verbessern und möglich machen sollen, die Muskulatur optimal einzusetzen  – tatsächlich also leistungssteigend wirken können. Gemessen wurde vor Ort in der Eissporthalle in Kassel, denn es wurden 24 Spieler untersucht. „Es wäre eine logistische Herausforderung gewesen, sie alle zu uns nach Homberg für die Untersuchung zu holen“, sagt Markus Schott.

So wurde gemessen: Huskies-Spieler Mike Little (von links) ging Anfang September für eine Computer-Fußdruckanalyse über einen Sensor. Markus Schott und Klaus Huber (beide Schott Orthopädie) ermittelten dann über den Computer die Daten.

Schnell und ebenso präzise wie die Geräte im Kerngeschäft in der Kreisstadt sind auch die mobilen Messgeräte. Und Erfahrung habe das Unternehmen sowieso: Mit Einlagen wurden beispielsweise schon die MT Melsungen und der KSV Kassel versorgt. 

Im Schnitt dauert es fünf bis zehn Tage, bis eine Schuheinlage hergestellt ist. Verwendet wird dafür laut Schott eine Latexpolsterung, Kunststoff, ein bestimmter Vlies und Ethylenvinylacetat (EVA), ein gummiähnliches Material. Die künftigen Einlagen müssen viel aushalten können: „Bei Eishockey-Spielern ist die Kraftwirkung auf die Einlage höher als zum Beispiel bei einem Läufer“, erklärt Weber. Die Einlage müsse daher Feuchtigkeit aufnehmen können, abriebfest sein und im Schlittschuh nicht rutschen. Denn jede Bewegung innerhalb des Schuhs irritiert, weiß Markus Schott. Wichtig sei insgesamt, dass der Fuß richtig unterstützt wird. „Durch eine optimale Stellung des Fußes wird auch das Verletzungsrisiko verringert“, erklärt Schott.

Schuhtechnik seit 1888

Die Schott Orthopädie-Schuhtechnik ist ein Familienbetrieb mit Sitz in Homberg. Das Unternehmen wurde 1888 gegründet und wird heute in vierter Generation von Markus Schott geführt.

Hergestellt werden orthopädische Schuhe, Maß- und Sporteinlagen sowie Einlagen für Erwachsene und Kinder. Das Unternehmen setzt auf Lauf- und Bewegungsanalysen sowie auf Computer-Druckmessungen bei ihrer Einlagen-Produktion. Mit ihrem Ableger MyVale stellt das Unternehmen außerdem orthopädische Flipflops und Hausschuhe her.

Quelle: HNA

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