Eine Million Tonnen werden verarbeitet

So viele Rüben wie nie: Waberner Werk peilt Rekord bei Zuckerproduktion an

Wabern. Die Zuckerfabrik Wabern rechnet mit einem Rüben-Rekord: In dieser Kampagne sollen eine Million Tonnen Rüben verarbeitet werden – so viele wie nie zuvor.

Möglich macht dies die verlängerte Kampagne. Die Produktion wird voraussichtlich erst am 25. Januar enden. Mit 136 Tagen wäre es dann die längste Saison der Fabrik-Geschichte. „Wir sind sehr zufrieden“, zieht Peter Fecke, Leiter der der Rohstoffabteilung Kassel-Wetterau bei der Südzucker AG, eine Zwischenbilanz. Bislang seien 700.000 Tonnen Zuckerrüben in dem Waberner Werk verarbeitet worden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 500.000 Tonnen verarbeitet. Damals endete die Rüben-Saison am 12. Dezember.

Es gibt Gründe für diese Steigerung: Diese Kampagne ist die erste unter den veränderten Wettbewerbsbedingungen. Die EU-Zuckerquote ist am 30. September ausgelaufen. Bislang mussten sich die Bauern an feste Mengenvorgaben halten. Im Gegenzug war der Ankaufspreis garantiert. Um konkurrenzfähig zu sein, will Südzucker die Fabrik möglichst auslasten und viel produzieren. „Wir verschieben zwischen den Standorten immer mal Rüben, damit es am günstigsten ist“, erklärt Peter Fecke. So erhält das Waberner Werk in dieser Saison beispielsweise mehr Rüben aus Thüringen, die eigentlich für das Werk in Zeitz eingeplant waren.

Die Rübenernte in der Region ist so gut wie abgeschlossen. 99 Prozent der Flächen sind gerodet. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar liegt bei 88 Tonnen. Das sind zehn Tonnen mehr als im Vorjahr. Für Georg Koch ist es eine „sehr gute Rübenernte“. Der Rübenbauer aus Udenborn ist auch mit dem Zuckergehalt zufrieden. Er liegt bei 18 Prozent. Unklar ist, wie viel die Rübenbauer für ihre Ernte bekommen. Der Rübenpreis soll sich an den Zuckererlösen orientieren. „Das wissen wir erst im Frühjahr“, so Koch. 

Ernte ist vor Frost geschützt

Vom Feld direkt in die Fabrik: So schnell geht es für die Zuckerrüben doch nicht. Viele Rüben liegen derzeit zu Mieten gehäuft an den Feldrändern der Region. Sie werden durch ein Vlies vor Regen und Frost geschützt. Bei starken, lang anhaltenden Frösten gefrieren die Rüben trotzdem. Das ist zunächst nicht schlimm. Erst wenn die Rüben in den Mieten wieder auftauen, gibt es Probleme. Sie verderben dann schneller und büßen an Qualität und Zuckergehalt ein. Das führt zu Schimmel, Fäulnis und eine gummiartige Konsistenz der Rüben. Insbesondere die Konsistenzveränderungen sorgen für Verarbeitungsprobleme in der Fabrik.

Quelle: HNA

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