Vorgaben gelockert: Landkreis erteilt fast immer Genehmigung

Solarenergie boomt - und scheitert nicht einmal am Denkmalschutz

Schwalm-Eder. Die Solarenergie boomt im Schwalm-Eder-Kreis: 1274 neue Photovoltaikanlagen wurden im vorigen Jahr auf den Dächern von Gebäuden und Scheunen im Landkreis installiert. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der Anlagen im Landkreis auf 4819, die mittlerweile ins Netz der Eon Mitte eingebunden sind.

Wer im Landkreis eine Solar- oder Photovoltaikanlage installieren will, rennt bei der Verwaltung offene Türen ein: Selbst die Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden haben bessere Chancen denn je, eine Genehmigung zu erhalten.

Die Verwaltung erteile nach Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege in 99 Prozent aller Anfragen die entsprechende Genehmigung, sagt Vizelandrat Winfried Becker. Das war längst nicht immer so: „Das Verhältnis von Photovoltaikanlagen kontra Denkmalschutz hat sich deutlich entspannt“, sagt Becker.

Dafür gebe es viele Gründe. Zum einen habe sich in den vergangenen Jahren ein Gewöhnungsprozess vollzogen, sagt Thomas Horn, Leiter der Bauaufsicht: „Die Menschen nehmen die Anlagen auf den Dächern längst nicht mehr als Störfaktor wahr.“

Zum anderen aber seien Photovoltaik- und Solaranlagen auch ein Garant dafür, dass mehr Gebäude instand gehalten werden. Denn wenn eine leer stehende Scheune eine gewinnbringende Energieanlage trage, werde der Eigentümer alles dafür tun, dass sie nicht zusammenfalle, sagt Becker. Das sei ein erfolgreicher Kampf gegen den zunehmenden Leerstand in den Dörfern.

Vor allem aber entspricht die Zahl der steigenden Genehmigungen der politischen Überzeugung im Landkreis: „Wir fördern erneuerbare Energien, weil wir weg vom Atomstrom wollen“, sagt Becker. „Dafür nutzen wir auch in Denkmalschutzfragen jeden Ermessensspielraum, der sich bietet.“

Quelle: HNA

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