In Wolfhagen warten

Kunden warten auf Einigung zwischen Solar Group und Stadtwerken

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Ingo Uthof ist enttäuscht: Der Strom seiner Dach-Solaranlage (Haus links) kann nicht in das Netz der Stadtwerke Wolfhagen eingespeist werden. Noch ist unklar, ob er die Anlage zukünftig selber nutzen kann oder wieder abgebaut werden muss.

Wolfhagen. Im Januar hat er seine Photovoltaikanlage gekauft, vor vier Wochen lief der Probelauf. Doch bislang ist der Strom, den Ingo Uthof mit seiner Anlage produzieren könnte, nicht ins Stromnetz einleitbar.

Der Grund: „Die Stadtwerke sagen, dass der Strom nicht ins Netz einspeisbar ist, da sie die Kapazitäten nicht haben“, erzählt Uthof. Er hält dies jedoch für eine fadenscheinige Ausrede. „Die Stadt Wolfhagen wirbt damit, dass sie Photovoltaikanlagen fördern und bis 2015 ausbauen wollen, und dann funktioniert das nicht“, so Uthof.

Die Firma Kirchner Solar Group, über die Uthof seine Solaranlage bestellt hat, ist erstaunt über das Vorgehen der Stadtwerke. „Bei großen Energieversorgern hatten wir schon mal Probleme in dieser Hinsicht, bei regionalen Energieversorgen, wie der Stadtwerke jedoch noch nie“, sagt Lars Kirchner, Geschäftsführer der Kirchner Solar Group. Der Vorgang sei regulär angelaufen, die Anfrage auf einen Netzanschluss an die Stadtwerke herausgegangen. Es sei keine Absage gekommen, daraufhin seien die Anlagen gebaut worden. Erst danach habe es ein pauschales Absage-Schreiben der Stadtwerke an alle Kunden gegeben.

Eingespeist müssten laut Erneuerbare-Energien-Gesetz alle Anlagen, die unter 30 Kilowatt Peak produzieren, so Kirchner. Aktuell würden die Stadtwerke von einem Berechnungsfehler sprechen. Betroffen seien vier Kunden, die den Strom ihrer Solaranlagen nicht ins Netz der Stadtwerke einspeisen können. Insgesamt handelt ist sich dabei um Investitionskosten der Kunden von 250 000 Euro. Bei den Netzausbaukosten würde es sich um 20 bis 25 000 Euro handeln. „Obwohl wir den Stadtwerken eine Kostenübernahme angeboten haben, ist noch nichts weiter passiert“, sagt Kirchner. Kirchner hofft auf eine baldige und gütliche Einigung. Denn mittlerweile gehe es auch um die entgangenen Einspeiseverluste.

Kirchner kritisierte auch die Praxis, von Fall zu Fall zu entscheiden. „Es sind schon Anlagen ans Netz gegangen, die erst später angemeldet wurden, während andere eine Absage bekommen haben“, so Kirchner. Alle sollten die gleichen Chancen haben. So verhinderten die Stadtwerke, dass der Strom, der hier produziert auch hier eingespeist werde. Er hält den Ausbau der regionalen Netze für kostengünstiger, als ihn über andere große Anlagen zu beziehen.

Wie lange die Entscheidung noch dauere, sei nicht abschätzbar, meint Uthof. Für sie gäbe es daher momentan nur eine Möglichkeit: Abwarten, wie sich die Verhandlungen zwischen Stadtwerken und Kirchner Solar entwickeln. „Falls es negativ ausgeht, verkaufen wir die Anlage oder müssen sie irgendwie selber nutzen“, sagt Uthof. „Mich ärgert jedoch am meisten, dass die Stadt damit wirbt, aber anscheinend am Ausbau der erneuerbaren Energien auf regionaler Ebene doch kein Interesse hat.“

Quelle: HNA

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