Freiwilliges Kirchgeld: 91 663 Euro Spenden - nur minimaler Rückgang

Solide Säule für Projekte

Kükenchor, Musicalchor, Kinderchor: Auch in die jugendmusikalische Arbeit der Kirchengemeinde Wolfhagen fließen Beiträge aus dem Freiwilligen Kirchgeld. Archivfoto: Ricken

Wolfhager Land. Zwar ist das Spendenaufkommen erstmals seit Einführung des Freiwilligen Kirchgelds im Jahr 2006 gesunken. Doch der Rückgang um 3 342 Euro gegenüber dem Vorjahr ist so gering, dass man im Kirchenkreis Wolfhagen mit der Gesamtsumme von 91 664 Euro mehr als zufrieden ist. „Das Kirchgeld ist eine Erfolgsgeschichte, und die Spender zeigen keine Ermüdungserscheinungen“, kommentiert Wolfgang Hanske, Pfarrer in Istha und Oelshausen, bei der Vorstellung der Bilanz des fünften Kirchgeld-Jahres.

„Spendenpfarrer“ Joachim Pothmann, in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für den Bereich Fundraising zuständig, untermauert, dass der Kirchenkreis Wolfhagen beim Kirchgeld mittlerweile aus den Kinderschuhen raus ist: „Jetzt kann man nicht mehr von einem Pilotprojekt sprechen. Hier steht eine weitere Säule für verlässliche Einnahmen.“

„Wenn die Kirche Geld braucht, darf sie nicht allgemein rum lamentieren, sondern muss konkret sagen, wofür.“

Joachim Pothmann spendenbauftragter

Dass 20 Prozent der angeschriebenen Kirchenmitglieder spenden, beweise, dass eine solide Vertrauensbasis in den vergangenen fünf Jahren zwischen Kirchengemeinden und Spendern geschaffen worden sei. Zwar gebe es beim Aufkommen in den einzelnen Gemeinden Höhen und Tiefen - die Bilanz im gesamten Kirchenkreis sei aber stabil. Und dem minimalen Rückgang der Einnahmen stehe erneut eine erhöhte Zahl an Spendern gegenüber (Steigerung um 75 auf 2 307, davor waren es 2 232). Das lasse hoffen.

Weder Banken- noch Finanzkrise haben der Spendenbereitschaft etwas anhaben können. Auch Spenden für andere kirchliche Zwecke wurden trotz Kirchgeld weiter gegeben. Auf die Höhe der Kollekte in den Gottesdiensten hatte das Kirchgeld bislang ebenfalls keinen negativen Einfluss - das sind die Erfahrungen von Pothmann und dem Dekan des Kirchenkreises Wolfhagen, Dr. Gernot Gerlach. „Dennoch dürfen wir uns nicht zurücklehnen, sondern müssen immer wieder Projekte prüfen und intensiv bewerben“, so Gerlach.

Im aktuellen Kirchgeldjahr 2010/2011 - die Spendenaktion dauert immer von Oktober bis April - war erstmals auch die Kirchengemeinde Dörnberg dabei und erzielte mit 4 510 Euro gleich ein beachtliches Ergebnis. Mit einer durchschnittlichen Spendenhöhe von 41,38 Euro liegt Neuling Dörnberg sogar über dem Gesamtdurchschnitt von 39,73 Euro im Kirchenkreis.

Nur drei Gemeinden fehlen

Bis auf Ehlen, Sand und Merxhausen beteiligen sich jetzt alle Gemeinden des Kirchenkreises an der Aktion Freiwilliges Kirchgeld. Die Hälfte der Gemeinden konnte ihr Spendenergebnis gegenüber dem Vorjahr steigern. Den größten Zuwachs hatte Niederlistingen mit knapp 32,5 Prozent, gefolgt von Altenhasungen (26,6 Prozent) und Wenigenhasungen (19,4 Prozent). Das größte Spendenminus mit 31,7 Prozent hatte Elbenberg zu verzeichnen, auch Wolfhagen erzielte etwa 25 Prozent weniger Einnahmen. Spendenbeauftragter Pothmann: „Solche Schwankungen sind aber normal, das ist auch abhängig von den jeweiligen Projekten.“ In Wolfhagen war dies beispielsweise die Sanierung der Stadtkirche.

Während die einzelnen Kirchengemeinden ihre Wunschprojekte im Ort bewerben, läuft die Verwaltung der Spenden zentral im Kreiskirchenamt in Hofgeismar. Projektmanager Jens Gobrecht kümmert sich dort um Organisation, Spendenquittungen, Bilanzen und Statistik: „Die Arbeitsprozesse funktionieren optimal und äußerst sparsam.“

TEXTE UNTEN

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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