Im Ferienpark Aulatal soll ein dauerhaftes Wohnrecht für Hauseigentümer entstehen

Sie sollen bleiben dürfen

Friedigerode. Eine längere Diskussion entbrannte bei der Sitzung des Oberaulaer Gemeindeparlamentes am Dienstag in Friedigerode: Im Ferienpark Aulatal in Hausen sollen die Weichen dafür gestellt werden, dass Bewohner dort dauerhaft wohnen können. Die Gemeindevertreter wollen dafür den Bebauungsplan ändern. Neun Parlamentarier der CDU stimmten dem Vorhaben zu, vier stimmten dagegen ( SPD), sechs enthielten sich (3 CDU/3 SPD).

Im Ferienwohnpark Aulatal gibt es 97 Häuser, von denen noch 28 von der Ferienpark Aulatal GmbH vermarktet werden.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Eigentümer die Häuser nicht mehr vermietet, erklärte Bürgermeister Klaus Wagner. Viele nutzen die Häuser nun am Wochenende selbst, einige wohnen auch geduldet längere Zeit dort.

Um ihnen gerecht zu werden, möchte die Gemeinde es ermöglichen, dort dauerhaft zu wohnen. „Einige wollen dort im Alter leben“, erklärte der Bürgermeister.

Touristen weiter willkommen

Das sei auch Wunsch in der Eigentümerversammlung des Parkes gewesen. Allerdings wollten die Eigentümer den Charakter des Freizeitgeländes nicht verändern. Es solle immer noch möglich sein, die anderen Häuser an Touristen zu vermieten.

In den nächsten Wochen sollen nun Änderungen im Bebauungsplan gemacht werden, die dafür die Voraussetzungen bilden.

„Wie das Wohnrecht dann aussehen soll, ist im Moment noch nicht klar“, sagte Wagner. Das müsse noch verhandelt werden. „Wir wollen mit dem Beschluss nur die Absicht erklären“, so der Bürgermeister weiter. Insgesamt werden für die Änderungen allerdings 13 000 Euro fällig.

Grundsätzlich befürworte es die SPD, dass man sich des Problems annehme, sagte Marianne Hühn von der SPD. Probleme sieht sie allerdings für den weiteren Betrieb des Parkes. Allein die Ruhestörung sei ein Thema. In der Anlage werde viel und laut gefeiert, das könnte Anwohner stören. Dort lebe auch eine Familie, die die Gastwirtschaft betreibt und von den Touristen lebe. Außerdem befürchtet die Juristin Schadensersatzansprüche von den Anwohnern. Falls nicht alle Eigentümer ausnahmslos dem Wunsch zustimmen, dass dort auch Menschen dauerhaft wohnen können, könnte dies ein rechtliches Problem werden, so Hühn. Dann habe die Gemeinde viel Geld investiert und es entstünden weitere Kosten.

Rechtlich problematisch

Toni Soller (CDU) sagte, rechtlich sei dies eine untragbare Situation, weil es dort für einige Menschen kein richtiges Wohnrecht gebe. Das müsse man dringend ändern. Man könne aber den Versuch einer Refinanzierung starten und wolle die Eigentümer anfragen, sich an den Kosten zu beteiligen. Dies wurde noch mit in den Beschluss aufgenommen.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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